Der bekehrte Plinius

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Otto Julius Bierbaum: Der bekehrte Plinius (1887)

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Plinius der Jüngere spricht:
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Wenn die Narren tanzen wollen,
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Hindert sie der Weise nicht,
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Doch entflieht er ihrem Tollen
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In ein abgelegnes Haus,
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Zieht sich seine Toga aus
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Und verfertigt ein Gedicht,
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Das von jenen Pfaden handelt,
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Drauf der stille Denker wandelt,
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Hell umstrahlt vom eignen Licht.

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Ganz so unrecht hat er nicht,
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Dieser jüngre Plinius.
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Manchmal ist es kein Genuß,
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Dort zu sein,
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Wo das Bein
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Tanzt, bloß weil es tanzen muß.
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Zum Beispiel, wo der Leutenant
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Zum Regimentsmusikgetöse
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Die Taille der Frau Kommandöse
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Mit pflichtergebnem Arm umspannt;
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Oder wo,
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Bloß so so,
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Der Staatsanwaltschaftssubstitut
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Fröhlich tut,
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Weil der Anstand es erfordert,
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Da zum Tanzen er beordert,
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Und die saure Lippe man
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Dabei nicht verwenden kann;
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Oder auch,
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Wo der Bauch
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Des beleibten Handelsmanns
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Sich im Tanz
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Widerwillig dreht und schwenkt,
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Weil ihn die Erwägung lenkt,
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Daß von eines Kunden Gnaden
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Er zum Hausball ist geladen.
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Bei solcherlei Gelegenheit
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Bleibt der Weise lieber weit
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Weg vom Schuß nach Plinii
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Junioris Theorie;
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Denn beim Zeus,
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Es ist scheußlich
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und übel anzusehn,
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Wo sich so
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Mal apropos
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Tänzersohlen,
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Die befohlen,
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Auf dem Pflichtparkette drehn.
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Mühsal mahlt im Mühlentakte,
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Klipp und klapp,
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Das vertrackte
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Pensum ab;
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Selbst des Walzers holde Töne
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Werden schleppend zum Gestöhne,
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Das zum Himmel schluchzt und schreit:
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Welche Niederträchtigkeit!

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Aber nun, o Plinius,
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Hör, was ich dir sagen muß:
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Steig aus deiner Toga Falten,
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Schmücke dich mit Lack und Claque,
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Laß dich (Mut, Mann!) mißgestalten
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Durch den zwiegeschwänzten Frack!
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Triste scheint zwar die Montur,
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Doch das ist von außen nur.

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Und nun komm, ich will dich leiten,
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Wie den Dante einst Virgil,
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Aber nicht in Höllenbreiten,
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Sondern mitten ins Gewühl
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Ausgelaßner Lustbarkeiten,
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Wo das Leben sich im Spiel
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Tanzend einmal wirklich regt,
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Wie das Herz den Takt ihm schlägt.
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Denn gewöhnlich sind wir heute
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So in Ernst getunkte Leute,
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Daß des Lebens heitres Ziel
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Unserm düstren Blick entfiel.
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Aber ganz ists nicht versunken,
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Manchmal lassen wir der Unken
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Dumpf Geläute überschrein
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Von des Frohsinns Melodein.
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Und wir tanzen wie besessen
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Ins verlorne alte Land,
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Das wir beinah schon vergessen,
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Wie die Kinder Hand in Hand,
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Und im Aneinanderpressen
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Fühlen wir: gottlob, der Brand,
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Der schon im Verglimmen schien,
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Kann noch helle Flammen schlagen,
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Wenn der Freude Melodien
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Sturm in unsre Seelen tragen.
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Sieh, wie reg die Brüste gehn
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Unsrer Mädchen, unsrer Frauen,
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Sieh, wie ihre Augen glühen,
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Wie die schwarzen, braunen, blauen
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Helle, heiße Blitze sprühen!
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Hast du Schönres je gesehn?

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Gerne möchte was entgegnen
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Dieser alte Klassiker,
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Doch da springt mit höchst verwegnen
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Sprüngen eine Tänzrin her;
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Lange braune Ringelhaare
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Schweben ihr ums Angesicht,
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Dem zwei liebe braune klare
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Augen Leben sind und Licht;
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Rot und golden ist das Mieder,
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Rot und golden sind die Schuh,
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Aber um die schlanken Glieder
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Knistert gelbe Seide nieder
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Allerfeinsten Knöcheln zu,
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Wo Juponvolantgefieder
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Rüschenüppig raunt frou-frou.
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Und es faßt Herrn Plinium
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Diese holde Tänzrin um.
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Zwar er sagt: »Ich kann nicht tanzen«,
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Doch sie sagt: »Es wird schon gehn«,
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Und schon seh des Röckchens Fransen
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Ich um seine Schöße wehn.
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Marmelsteinern,
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Elfenbeinern
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Sieht man bald von ferne her
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Seiner Glatze Kugel leuchten,
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Wie des Seehunds runden feuchten
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Schädel aus bewegtem Meer.
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Und sie regt sich
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Und bewegt sich,
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Und sie rötet sich im Tanz.
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Jetzo hier und jetzo dorten,
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Wirft sie balde allerorten
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Ihren roten Vollmondglanz.
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Mittendrin im Walzerschwall,
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Plinius ist überall;
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Hier jetzt, da jetzt,
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Fern jetzt, nah jetzt,
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Schöße hoch und Beine reg,
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Plinius macht seinen Weg;
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Schleifer, Dreher,
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Hopser, Steher,
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Welche Schikanen
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Auf Walzerbahnen
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Je man ersann,
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Kann dieser Mann.
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Fast wird mir schwindlig bei dem Gedreh.
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»heda, he,
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Plinie!
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Tun dir nicht endlich die Beine weh?
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Halte doch an!«
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– »Keine Idee!
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Noch eine Runde rum!
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Links herum, rechts herum!« –
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Schon ist er fern!
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Hat man seine Not mit den Klassikern!

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Endlich ist der Tanz vorbei,
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Und es setzen sich die zwei,
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Aber so:
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Der Domino
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Auf den Schoß dem Plinio.
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Und der alte Römer spricht:
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Wenn die Frohen tanzen wollen,
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Hält sich auch der Weise nicht
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Fern von ihrem schönen Tollen,
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Sondern geht mit in das Haus,
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Wo in Trubel und Gebraus
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Leben selbst wird zum Gedicht,
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Das von jenen Pfaden handelt,
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Drauf sich Lust in Weisheit wandelt
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Und die Düsternis in Licht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Otto Julius Bierbaum
(18651910)

* 28.06.1865 in Zielona Góra, † 01.02.1910 in Dresden

männlich

deutscher Autor und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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