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Als ich heut nacht beim schönsten Sonnenschein
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In meinem großen Traumpark promenierte,
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Den Lindenweg entlang, vorbei dem Haus,
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In dem ich Audienz zu geben pflege,
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Wenn meine Freundin mir, die Kaiserin
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Von Lubidinien, Ambassade schickt,
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Sah ich inmitten der Ranunkelwiese
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(der grün und gelbe Glanz ist wunderbar)
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Gemächlich schreitend meinen Freund Herrn Ich.
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Durchaus in Weiß gekleidet – um den Bauch
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Den breiten schwarzen Seidengürtel – kam
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Mein alter Freund, wie seine Art so ist,
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Sehr langsam und zuweilen stehen bleibend,
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Grad auf mich zu, durchaus sich nicht beeilend.
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Sein breiter Strohsombrero fächelte
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Mit schwanken Krempen dem verehrten Haupt,
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Das für die Hitze nicht geschaffen ward,
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Erwünschte Kühlung um die vollen Backen.
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Doch trotzdem hielt mein alter Kamerad
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Noch einen roten seidnen Sonnenschirm
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(türkisch gemustert, riesigsten Formats)
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Mit seiner Linken sorgsam über sich,
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Indes die Rechte den gewohnten Kodak,
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Den stets verzeichnenden, behutsam trug.
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Da ich bei Tage nie dem Freund begegne,
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Freu ich mich stets, ihn nachts im Park zu sehn,
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In dem zuweilen Sonn und Mond zugleich scheint,
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Sommer und Winter ist an
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Und Zukunft und Vergangenheit sich eint
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Zu einem Heute von besonderem Glanz.
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Wir sprechen uns dann miteinander aus,
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Wie Freunde tun, die sonst entfernt sich sind
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(doch immer nahe im Gefühl), und stets
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Erfahr ich Neues von ihm, das mich wundert.
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So ging ich denn mit schnellen Schritten ihm
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Die Hand ausstreckend, seine zu ergreifen,
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Entgegen, als, pfui Kuckuck, ein Gestank
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Höchst penetranter Art mich stehen hieß.
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Die Nase klemmend rief ich: »Lieber Freund,
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Was für ein scheußlicher Gestank ist das?
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Riechst du ihn nicht? Dann bist du arg verschnupft!
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Schindanger duften lieblicher; es scheint
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Von faulen Eiern und verwestem Fleisch
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Ein fürchterlich Gemisch. Bist du vielleicht
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In was getreten, das von Übel ist?«
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Da lachte schallend auf mein Freund, wie kaum
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Ein anderer lachen kann, denn darin hat
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Er Übung. Und er rief: »Du irrst, du irrst!
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Dies süße Düften hab ich mir gekauft
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Für schweres Geld in einer Menaschrie.
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Zwei holde Musteliden kauft ich mir,
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Stinktiere heißt der Laie sie, jedoch
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Der Zoologe Chinqua oder Skunk.
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Ich führe eben zur Dressur sie aus,
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Verzeih, ich sah dich nicht, sonst hätte ich
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Denn, wenn ein guter Freund mir naht, solln sie
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Dies soll (und wird! verlaß dich drauf!) nur dann
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Mit Präzision geschehn, begegnet mir
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Ein Exemplar der bösen Spezies
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Homo calumnians, so ein Stück Vieh,
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Das aus dem ewig lügenfeuchten Maul
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Verleumdung stinkt, erlogne Schändlichkeit
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Ausdünstet und den guten Namen mir
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Mit niederträchtgem Klatsch besudelt, oder
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Ein falscher Freund, der, weil es ihm behagt,
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Als Alleswisser interessant zu sein,
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Freundschaftlich ihm Vertrautes ausstreut und
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Zugleich verhöhnt, in seinem flachen Sinn
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Gekitzelt, wenn der Hörer nur geruht,
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Beifall zu lächeln. Stinken solln sie auch,
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Wenn Neidische in meiner Nähe sind,
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Von deren bloßem Atem ringsumher
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Die Luft morastig müfft, Verkleinerer
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Und darum Lügner, immerfort bereit,
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Mit Wenns und Abers leiser Andeutung
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Verdacht zu säen. Kurz: Die Niedertracht
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Will ich vom Leib mir halten durch Gestank.«
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So sprach mein Freund und dünkte sich sehr klug.
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Ach Gott, so klug! – Der Gute tat mir leid.
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Und, weil ich nahe ihm verbunden bin
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Und es nicht gerne sehe, haut er so
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Mit voller Armauslage in die Leere
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(wobei man, wie ein jeder Fechter weiß,
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Das Gleichgewicht sehr leicht verlieren kann
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Und auf die Nase fallen), sagte ich:
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»o welch ein Erzkamel du bist, mein Freund!
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Du legst dein Geld an, wie ein Idiot.
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Viel besser, wahrlich, hättest du getan,
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Hättst statt des Stinktierduos du ein Paar –
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Was weiß ich, Metzgerhunde dir gekauft.
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Weißt du denn nicht, daß eben der Gestank
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Das Lebenselement der Schufte ist, die du
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Damit nur anziehst, wie der Baldrian
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Die Katzen anzieht? Ist denn das Vernunft,
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Sich mit den Stänkern durch Gestank
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Zu machen, sei es auch nicht eigenem?«