Elegie

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Ludwig Gotthard Kosegarten: Elegie (1802)

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Freundinn, der Frühling ist da! Ich sah ihn in
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röthlichen Wolken
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Über den blumigen Höh'n schweben. Die Hö-
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Sah ich ihn wandeln tanzenden Schrittes. Ein buh-
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Haucht' um den rosigen Hals sein hyacinthenes
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Haar.
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Gräschen und Blümchen entsprossen des Schreiten-
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Schnee und Reif zerschmolz seinem erlauenden
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Hanch.
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Silberstiebende Bächlein durchrieseln schon schwat-
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Blitzen im Sonnenstrahl, spiegeln die Sonne
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zurück.
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Rascher schon zirkelt das Blut, beschleuniget schla-
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Freundlicher lacht uns die Welt, heitrer das
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Leben uns an.
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Denn der Frühling beginnt. Wer wollte des keh-
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Sich nicht erfreuen, verjüngt mit der verjüngten
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Natur,
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Nicht die ergrünende Flur beschreiten erweiterten
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Herzens,
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Nicht mit Gesang und Tanz grüssen den keh-
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Ida, der Lenz beginnt. Komm, Tochter sanfterer
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Freuden,
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Komm' mit mir in das Feld. Siehe, der Frost
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ist dahin,
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Und der Schnee ist zerschmolzen. Es rötheln die
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Äste der Haseln,
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Fröhlicher sieht des Gebürgs alterergrauetes
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Moos.
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Was den Schlaf der Erstarrung geschlafen, in Ta-
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Fühlt sich ins Leben geweckt, drängt an die
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Wärm' und das Licht.
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Schau, es wimmelt im Sumpf. Es beseelt sich die
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Scholle. Auf schlanken
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Halmen wieget sich sanft schillernder Käfer Ge-
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Hoch in den Lüften erschallt das Lied der frohlok-
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Mit des werdenden Tags spriessendem blasse-
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Schwingt sich die Sängerinn himmelempor, und
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singt, bis die Dämmrung
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Berg' und Thale verhüllt, fröhlich das fröhliche
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Lied.
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Komm, Holdselige dann, der Natur zartfühlende
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Freundinn,
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Komm mit mir ins Feld. Lass an des rieseln-
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Saum uns lagern. Ihn stickt die tausendblättrige
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Bellis,
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Welche das werdende Jahr, welche das schei-
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Horch' es locket die blödere Sie der flötende
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Sprosser.
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Schau, im Haselgebüsch polstert die Amsel ihr
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Nest.
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Hoch auf dem Halmdach drüben sitzt neben dem
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Tauber das Täubchen,
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Girret sein zärtliches Lied, liebeverlohren, ihr
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vor —
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Lenz und Liebe fürwahr, gebarst du als Zwillings-
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Gütige Mutter Natur. Unter den Blumen des
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Hayns
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Sah ich das trauliche Paar oft spielen. Dann lehr-
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Liebe den Bach und die Flur, Liebe den Busch
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und den Wald.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Gotthard Kosegarten
(17581818)

* 01.02.1758 in Grevesmühlen, † 26.10.1818 in Greifswald

männlich

deutscher Pastor, Professor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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