Elegie

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Ludwig Gotthard Kosegarten: Elegie (1802)

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Neunmal blühten die Rosen, seit wir uns fanden,
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Geliebte.
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Nimmer vergess ich des Tags, wo ich, Gelieb-
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Immer noch seh' ich dich, Holde, in deiner knospen-
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Immer noch schwebst du vor mir leisen zephi-
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Immer noch strömt dir das ringelnde Haar um die
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blendenden Schultern.
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Immer noch hebt sich die Brust unter dem ro-
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Immer noch seh ich dein heiliges liebverheissendes
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Auge,
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Sehe noch immer den Blick, welcher mich fass-
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Und so ergreifend zugleich. Ich versank in däm-
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Dieser, so sprach ich, fürwahr, sind die Un-
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Wahrlich, es haben die Musen an ihrer Wiege ge-
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An der ambrosischen Brust hat sie die Schön-
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Jegliche Grazie wiegt' auf weichem Schoosse das
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Mägdlein.
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Jeglicher höhere Reiz schmücket die Jungfrau
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dereinst.
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Also gedacht ich, und öde nicht mehr, nein selig
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und preislich
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Däuchte die Flur mir, die dich, edele Blume, gebar.

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Neunmal blühten die Rosen, seit wir uns fanden,
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Geliebte.
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Prüfend berührte der Blick, liebend umschlang
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dich der Sinn.
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Auch in der Fern' umschwebte den Träumer die
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holde Erscheinung.
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Traulich umschmeichelte mich, Süsse, dein lieb-
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Fast zu sorglos gewährt' ich zu glimmen dem heim-
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Achtend gering die Gefahr nährt' ich den freund-
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Glimmender Funke du wuchsest zu nimmererlöschen-
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Nimmerermattender Zug wurde der freundliche
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Hang . . .
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Wer hat edel geliebt? Wer hat mit Andacht und
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Inbrunst
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Angebetet? um Gunst nimmer und Gabe ge-
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Wer hat jeglicher Habsucht Feind, nach Besitz
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nicht gerungen?
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Nimmer geworben um Lohn? nimmer gegeizt
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nach Genuss?
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Wer hat reinen Sinns das Göttliche nimmer ent-
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Auch mit geheimerem Wunsch nimmer das Heil'-
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Eines Blickes froh, begeistert von Einer Umar-
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Höhen erflogen, die sonst nimmer der Fittig
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erprobt.
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Hochverehrte, du weisst es. Ich habe mit reinem
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Gemüthe
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Rein dich umfangen, um Gunst nimmer noch
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Gabe gefleht.
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Habe mich anschaunsselig an deiner Schönheit ge-
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In dem belebenden Strahl mich aus der Ferne
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gesonnt.
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Habe Jahre gedient um Einen Moment des Entzük-
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Habe den süssen Moment wieder mit Jahren
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bezahlt;
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Habe von deinem Kuss entflammt, von deinem Um-
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Höhen erflogen, wohin nimmer der Geist sich
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gewagt.
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Wären uns anders die Loose gefallen — ach lass
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es mich denken,
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Welches zu denken gleichwohl schaudern und
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schwindeln mich macht —
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Wären die Loos' uns anders, uns schöner gefallen,
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Geliebte,
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Wäre, mit deinem gepaart meines der Urne ent-
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Nicht zum Beglücktesten nur, nein auch zum Er-
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Hätte der freundliche Wurf deinen Gefährten
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erhöht.
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Feuernd von deinem Kuss, von deiner Umarmung
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begeistert,
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Hätt' ich mit göttlichem Thun jeden der Tage
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bekränzt.
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Dir an die duftende Brust geschmiegt, dich innig
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umflechtend,
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Wär' im edenischen Traum selig verschwunden
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die Nacht;
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Jeden erwachenden Tag wär' ich verjüngt und ver-
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Deiner Umarmung enttaucht, göttliche Thaten
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zu thun — —
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Frecher Traum, zerflattre! verweh' unheiliges Wähnen!
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Irdischen Wesen geziemt Wonne der Himmli-

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Anders sprangen die Loos' aus der schicksalentschei-
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Zu den Schatten hinab führt uns gesondert der
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Gott.
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Dennoch gelinge dem Schicksal es nie, die Gemü-
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Dennoch entfremde der Stoff nimmer dem Gei-
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Dennoch liebe mich, Edle, mit zarter ätherischer
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Liebe.
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Wende nicht spröderen Sinns von dem Getreuen
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dich weg.
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Siehest du lechzend ihn stehn in seiner bescheide-
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Siehst in die Fern' ihn gedrängt von der Be-
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O so reiss auf Momente dich los aus dem flattern-
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Reiche ihm tröstend die Hand, lächle erbar-
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Dass nicht gänzlich in ihm der Liebe Ahnung erlösche,
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Dass nicht schauernder Frost lähme den stre-
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Dass sein Leben verglüh' im Rosenschimmer der
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Liebe,
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Und in Elysium einst liebend die Schatten ihm
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nahn.

102
Neunmal blühten die Rosen, seit wir uns fanden,
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Geliebte;
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Werden hienieden noch oft, Traute, die Rosen
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mir blühn?
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Solches ruhet im Schoosse der Götter; dies Eine
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nur weiss ich,
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Auch zu den Schatten hinab nehm ich die Lie-
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Und wenn jenseit der Urne noch Liebe, die Selige,
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lächelt,
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Jenseit der Urne fürwahr lieb' ich noch inni-
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Inniger noch und zarter, und nicht mit den Qualen
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der Sehnsucht,
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Nein mit dem ruhigen Sinn, welcher den Ma-
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Erstes der Mädchen, der Lenz ist hin, der Sommer
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verfärbt sich;
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Blatt auf Blatt entsinkt schon dem erschöpfte-
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Kommen einst werden die Söhne der Fremde, auf
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Tura's Gefilden
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Werden sie eilenden Tritts suchen den Sohn
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des Gesangs.
122
Wo ist der Sohn des Gesangs? so werden die Su-
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Wo ist
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Tura's Aar ist gehemmt in seinem tönenden
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Fluge;
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Stumm ist Temorens Schwan, nimmer erschallet
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sein Lied. —
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Und es erseufzen die Söhne der Fremde: „So bist
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du gefallen,
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Trefflicher Sänger, erstummt ist dein melodi-
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Ja ich weiss es, ich werde nicht fallen, wie Blätter
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zur Herbstzeit.
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Mit den Vortrefflichen wird einstens mein Na-
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O des süssen Gedankens, zu leben im Lobe der
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Nachwelt,
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Theuer der Enkelinn noch, theuer dem Enkel
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zu seyn.
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O des tausendmal süssern, zu leben in deinem Ge-
139
O des Trostes, noch spat theuer dir, Theure, zu
140
seyn!
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Ja ich weiss es, Geliebte — denn unter der Miene
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des Leichtsinns
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Trägst du ein fühlendes Herz; unter verhüllen-
144
Birgst du die ewige Wund' im tiefempfindenden
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Busen,
146
Lächelst die Thränen hinweg, welche entquol-
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Weinen wird Ebba fürwahr dereinst um ihren Ver-
148
Trauren wird sie noch lang' um den entflohenen
149
Freund,
150
Denken wirst du an ihn, Verlassne, wenn Abends
151
das Spatroth,
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Denken an ihn, wenn der Mond Nachts in die
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Fenstern dir weint —
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Neunmal blühten die Rosen und bis dir die letzten
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verblüht sind,
156
Wirst du betrauren den Freund, welcher dich
157
liebend entfloh.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Gotthard Kosegarten
(17581818)

* 01.02.1758 in Grevesmühlen, † 26.10.1818 in Greifswald

männlich

deutscher Pastor, Professor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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