Das Lied der Menschheit . Vorgesang. Originalbeitrag. 1883.

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N. N.: Das Lied der Menschheit . Vorgesang. Originalbeitrag. 1883. (1885)

1
Einst war die Welt ein endlos tiefes Meer
2
Von Finsternissen — todt und stumm und leer.
3
Kein Hauch, kein Athem, weder Fluth noch Schaum,
4
Zeit ohne Werden, Schlafen ohne Traum,
5
Leidlose Ruhe, Kraft, die nichts erfüllt,
6
Ein Grab, das Schatten wesenlos umhüllt.
7
Einst aber wie ein Blitz durchfuhr’s das All,
8
Das Meer barst auf mit dumpfem Donnerhall
9
Und tausend Wirbel kreuzten durch die Wogen
10
Und tausend Feuer zuckten rings und flogen
11
Und auseinander klüfteten die Gluthen
12
Und schossen sprühend hin gleich Flammenruthen
13
Und ballten kreisend sich zu Sonnenwelten,
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Verschlangen sich und barsten und zerschellten —
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Von Nebeln wirr umflattert, dampfumbraust,
16
Aufbrandend in Gewittern, sturmdurchsaust.
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Die Nacht versank, es wich des Todes Bann
18
Und heiliger Schauer durch die Schöpfung rann,
19
Da lag die Welt, ein Wasser, breit und klar,
20
Lichtinseln zogen funkelnd, Schaar an Schaar,
21
In wiegenden Reigen schwebend wie zum Spiel,
22
Rastlos der Weg, geheimnißvoll das Ziel.

23
Vom Kranz der Schwestern eine wählt mein Lied
24
Und für die Lieblichste mein Herz entschied.
25
Noch war ich Knabe, in der Haide Kraut
26
Lag ich zu lauschen auf des Windes Laut,
27
Von weißen Schleiern glänzte rings die Luft
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Und auf den Gräsern träumte herber Duft
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Und zwischen Erd’ und Himmel fühlt’ ichs weben
30
Des Geistes Wirken und der Schöpfung Streben.
31
Da strömte leuchtend mir ins Herz die Lust,
32
Der ewigen Schönheit ward ich mir bewußt
33
Und brünstig drang die Sehnsucht auf mich ein,
34
Urmutter Erde Dir ein Lied zu weihn,
35
Ein Lied, das wogend wie der Ocean
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All Deine Pracht umspannt, all Deinen Wahn …
37
Mein Blick ward starr, die Wesen und die Zeiten
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Sah ich noch einmal mir vorübergleiten.
39
Vor meinen Augen brauste Gluth in Gluth,
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Von tausend Farben zitterte die Fluth,
41
In langen Garben sprühte Strahl um Strahl,
42
Berghohe Feuer wuchsen auf im Thal.
43
Und in den Weltraum stürzte wie ein Blatt,
44
Das von dem Baume flattert, sturmesmatt,
45
Der Mond, aufzischend, wirbelnd, nebelrauchend,
46
Dem Urgewässer blassen Haupts enttauchend.
47
Schon aber senkte Nachtgewölk von Dunst
48
Sich auf der Flammen niegestillte Brunst
49
Und prasselnd, schäumend, immer neu geboren
50
Warf sich der Regen in des Gluthmeers Poren,
51
Aufwallten blutige Nebel aus der Wunde,
52
Gleich Speer- und Schwertglanz leuchtete die Runde
53
Und stöhnend mischten sich im Kampf die Kräfte
54
Und siedend gährten zukunftsschwangere Säfte,
55
Bis aus des Wassers morgenkühlem Schoß
56
Der Keim des Lebens stieg, gestaltengroß.

57
Nun drängte starr Kristall sich an Kristall
58
Und donnernd hob sich der Gebirge Wall,
59
Die Wurzeln von Granit und gluthgeleckt,
60
Den breiten Rücken hell von Schnee bedeckt.
61
Nun schmiegte Zelle knospend sich an Zelle,
62
Von weichen Flocken blinkte jede Welle
63
Und zarte Haut umspinnt des Meeres Bord
64
Und rankt sich über Fels und Klüfte fort
65
Und reckt sich aus zu Fasern, thaugenährt,
66
Gräbt in den Stein sich, wurzelt, keimt und ährt …
67
Schwül brütet Mittagshauch auf Sumpf und Au,
68
Ein feuchter Dunst verhängt des Himmels Blau
69
Und gelber Qualm entbrodelt jeder Kluft,
70
Von unterird’schen Wettern rauscht die Luft,
71
Umklammert von des Drachens Eisenspangen
72
Wälzt brüllend sich der Elch, im Rohr gefangen.
73
Breitfächernd wuchert rings der Farrenwald,
74
Vom plumpen Tritt des Mastodonts durchhallt,
75
Und glotzig ruht der Behemout im Teich,
76
Eidechsen flattern, schwarzer Wolke gleich.
77
Dann kommt ein Tag, blaß wird der Sonne Glanz,
78
Schneewogen wirbeln wie im Kriegestanz,
79
Von Norden dröhnt es krachend jede Nacht
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Und falbe Nebel schleifen, sturmentfacht.
81
Erschauernd horcht die Blume, horcht das Reh —
82
Dumpf wälzt es sich heran, eisstarre See,
83
Einöde, grenzenlos, nackt, blank wie Stahl,
84
Gespenstig Trümmerfeld; Berg wird zu Thal
85
Und Thal zu Berg, die Wälder prasseln schwer,
86
Wie Staub hinweggefegt ist Land und Meer,
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Von Erd’ zu Himmel eine Mauer nur,
88
Verstummt das Leben, sterbend die Natur.
89
Doch in der Tiefe schnaubt des Feuers Dampf,
90
Die Sonne rafft sich auf zu grimmem Kampf,
91
Sie wühlt und saugt und schmilzt des Eises Glast,
92
Der Boden wankt und schüttelt seine Last.
93
Bald rauschen durch die Wüste tausend Quellen,
94
In Spalt und Abgrund tosen schäumende Wellen
95
Und aus der Fluth dringt aufwärts neues Land,
96
Jungfräulich, jugendlich, die Gluth entschwand.
97
Aufsprießt der Blüthen Schönste, Gottgenährt,
98
Zum Menschen wird der Erde Staub verklärt,
99
Verklärt zum Willen wird was dunkel ringt —
100
Zur Sprache wird was stammelnd klingt und singt.

101
In Fiebern lag ich brennend Tag um Tag,
102
Von Zweifeln trüb umnachtet, angst und zag.
103
Kein Weg, kein Ziel! Wir ziehn auf ungefähr
104
Durch Steppenöde, heut am Strom einher
105
Und plaudernd, jubelnd; morgen im Gestein
106
Versengter Felsen, dürstend und allein.
107
Wir wandern, doch wohin — verkündet keiner,
108
Wir wandern, doch warum — ergründet keiner.
109
Ich lag und sann, der Abend brach herein,
110
Ins Auge fiel mir hell des Mondes Schein.
111
Da dehnte bebend sich mein Zimmer aus,
112
Wie Nebel schwanden Decke, Thür und Haus.
113
Ich stand an eines Berges steilem Hang,
114
Dem Abgrund schwelte grau Gewölk entlang
115
Und plötzlich braust es hell wie Adlerflug,
116
Ein Sturmwind rüttelt an des Felsens Bug
117
Und wie ein Schatten steigt es niederwärts,
118
Den Arm umpreßt mir eine Hand von Erz,
119
Zur Seite ragt mir ein gewaltig Haupt,
120
Die Augen Blitz, die Stirne gluthumlaubt.
121
Und durch die Wolken züngeln weiße Feuer,
122
Zerrbilder tauchen auf und Ungeheuer.
123
Dann wird es Licht, von Sonnenglanz ein Strom
124
Trägt meine Blicke durch des Weltalls Dom.
125
Das Buch der Sterne seh ich aufgethan,
126
Der Erde Nieren und der Winde Bahn,
127
Ein gähnend Grab klafft Land und Wasser auf,
128
Marklose Schädel grinsen bleich herauf.
129
Vorüber zieht der Volksgeschlechter Heer
130
In bunter Tracht, mit Sichel und mit Wehr;
131
Hier lagert sich ein Stamm, Zelt neben Zelt,
132
Des Führers Ruf, des Händlers Stimme gellt,
133
Dort in die Sümpfe wühlt sich klammernd ein
134
Die Euphratstadt, ein Drachenleib von Stein,
135
Von blauer Meerfluth seidenweich umrollt
136
Blüht Hellas in der Abendsonne Gold.
137
Und durch des Eichwalds feuchte Nebelschicht
138
Schlägt der Germane breiten Weg dem Licht;
139
Hier einsam geht ein Mann und forscht und sucht,
140
Dort hängt am Kreuze, den die Welt verflucht.
141
Und immer wirrer, immer dichter drängen
142
Die Schaaren sich, mit flammenden Gesängen
143
Um Zion wogt des Kreuzheers magrer Rest,
144
Scharfklauig kreist zu Häupten ihm die Pest,
145
Hier stirbt der Könige stolzer Uebermuth,
146
Vom Richtbeil ausgemerzt, erstickt in Blut,
147
Dort siech von Hunger, eisumschauert steht
148
Franklin, sein Aug’ nur spricht ein letzt Gebet
149
Und donnernden Fluges dort von Land zu Land
150
Rollt Zug an Zug, ein stählern Völkerband,
151
Hier Hochzeitsjubel, fiebernd Aengsten dort,
152
Hier klingender Flöten Laut, dort Brudermord.
153
Mein Auge sieht es und es hört mein Ohr,
154
Der Menschheit ganzes Treiben rauscht empor,
155
Der Völker Werden gibt ein Blick mir kund,
156
Doch Schmerz durchwühlt mich, laut schreit auf mein Mund:
157
Weh euch und mir, Mensch werden heißt vergehn
158
Und Völker blühen, um in Staub zu wehn,
159
Wir alle sind wie Wasser im Gestein,
160
Kein Wandrer kommt, die Erde saugt uns ein,
161
Wir alle sind wie Saat in dornig Land,
162
Wir alle schaffen, doch uns knüpft kein Band!
163
Kein Band — und wiederhallt es tausendmal
164
Und wieder braust der Sturmwind hin durchs Thal,
165
Da steigt vor mir empor Haupt und Gestalt,
166
Doch nicht von Glut, von Sternenschein umwallt,
167
Mild wird die Stirn und mild des Auges Glanz,
168
Beschattet von der Wimpern breitem Kranz,
169
Der Lippen erzne Klammer schließt sich auf,
170
Ein weicher Mantel zieht Gewölk herauf.
171
Ich aber beide Hände streck’ ich aus
172
Und zu mir klingts wie rollend Fluthgebraus:
173
Kleinmüthger Du, Du klagst und übst Gericht
174
Und kennst nur Menschen, doch die Menschheit nicht.
175
Die Menschen sind wie Blumen auf dem Rain,
176
Ich winde sie dem Kranz der Menschheit ein,
177
Der Menschen Thun spinnt Fäden wirr und kraus,
178
Ich webe sie zum Bild der Menschheit aus,
179
Der Menschen Herz freut sich an Schein und Spiel,
180
Ich halt’ das Steuer auf der Menschheit Ziel.
181
Ja, ohne mich seid ihr versprengtes Gold,
182
Ich sammle, schmelze, präge was ihr wollt,
183
Klein bin ich wenn ihr klein, stark wenn ihr stark,
184
So mit dem Baume wächst des Baumes Mark.
185
Ich bin der urgeborne Sohn der Gluth,
186
Des Lebens Fülle wogt in meinem Blut,
187
Nicht sterben werd’ ich, bis das letzte Blatt
188
Vom Baum der Welten sinkt zur Ruhestatt,
189
Bis in den Hafen fährt der Ewigkeit
190
Mit uns den Irrenden das Schiff der Zeit.
191
Bis dahin Kämpfen und kein schmerzlos Heil
192
Und Sehnsucht, der kein Erbe wird zu Theil,
193
Bis dahin Liebe, die den Haß gebiert
194
Und Glaube, der in Zweifel sich verliert,
195
Bis dahin Tod, der sich mit Leben schminkt
196
Und Königsprunk, der in den Koth versinkt
197
Bis dahin Kraft, die sich die Welt erstreitet,
198
Bis dahin Geist, der auf zur Gottheit leitet.
199
Er sprichts und Finsterniß ruht nah und fern,
200
Nur hier und da hell schimmert noch ein Stern,
201
Ich aber blicke starr zum Himmelsrand,
202
Wo mir das löwengleiche Haupt entschwand,
203
Wie einer, der im Geiste Gott erschaut, —
204
Da hör’ ich einmal noch traumfernen Laut:
205
Du geh und künde was Du heut gesehn,
206
Wenn Du es kündest, wirst Du es verstehn,
207
Und fragst Du was ich bin und fragst Du wer,
208
Der Menschheit Seele bin ich, Ahasver.

209
Das Lied der Menschheit — ja, es sei gewagt,
210
Wie schwach ich bin, wie klein auch, wie verzagt.
211
Wo ist ein Stoff wie dieser, wo ein Held
212
So ruhmeswerth, wo solch ein Erntefeld?
213
Nicht Götter sing’ ich, nicht zum Fabelland
214
Träum’ neuen Weg ich, nicht zum Höllenrand,
215
Euch, meiner Mutter Kinder, eure Spur
216
Such’ ich im weiten Bergland der Natur,
217
Euch such’ ich in der Urwelt Einsamkeit,
218
Euch durch den Flammenbrodem dieser Zeit
219
Und eurer Seele lausch’ ich, wie sie reift,
220
Wie hoch und höher ihre Sehnsucht schweift.
221
Ein Seher ist euch Noth, ein Sonnenaar,
222
Der Botschaft bringt, daß eure Sehusucht wahr,
223
Daß ihr ein Ganzes seid, Samen eines Weibes,
224
Körper eines Blutes, Glieder eines Leibes,
225
Daß wie aus Welten Gott erwächst, so ihr
226
Der Menschheit Nahrung seid, und lebt in ihr.
227
Doch ach bin ich’s, bin ich’s, der zu den Sternen
228
Das Auge heben darf, den Sonnenfernen!
229
Zu Dir Altvater, dessen Wort so klar
230
Wie Meeresfluth, wenn sie den Tag gebar,
231
Zu Dir, Du strahlend Licht von Tus, Du Künder
232
Des Erdenschicksals und Du Herzergründer,
233
Zu Dir, Du frommer Schwan von Mantua,
234
Zu Dir, Du Adler, der ins Antlitz sah
235
Der Ewigkeit, gerichtet und doch Richter,
236
Zu Dir, der blind noch Held, Du Stolzvernichter,
237
Zu Dir Walddrossel, deren Stimme voll
238
Und tief und süß wie Volkers Lied einst scholl,
239
Zu Euch, ihr heiligen Sänger, Du des Gral,
240
Du des Erlösers und der Kreuzesqual!
241
Weh mir, wenn ich nicht würdig bin, wenn nicht
242
Stahlhart mein Hirn, mein Herz wie Sonnenlicht,
243
Wenn lauter nicht wie Morgenthau mein Blut,
244
Mein Geist nicht wie auf Adlersschwingen ruht.

245
Wer hält mich aufrecht und wer gibt mir Muth,
246
Wer legt auf meine Zunge Flammengluth?
247
Mit tausend Blüthen und mit tausend Stimmen
248
Lockt mich Natur und tausend Sterne glimmen,
249
Aus allen Tiefen klingt es dumpf und wirr —
250
Wer führt mich aufwärts, wenn mein Fuß geht irr?
251
Dich Gotteskraft, die Niemand nennen kann,
252
Endlos erzeugende, Dich ruf’ ich an.
253
Du bist der Schooß, der rings die Welt geboren,
254
Du bist des Baumes Saft, das Blut der Poren,
255
Aus Dir entquillt der Tag, aus Dir die Nacht,
256
Du bist der Donner, Du des Frühlings Pracht,
257
Du bist die Flamme, die den Kampf entzündet,
258
Die Liebe, drin der Strom der Zeiten mündet.
259
O laß auch dies Lied Dir gesungen sein,
260
Von Deines Athems Hauch durchdrungen sein!
261
Ein Schrecken faßt mich, meine Seele bebt
262
Vor diesem Sturm, der sich in mir erhebt,
263
Vor diesen Bildern, die mein Innres schaut,
264
Die einen blaß, die andren lichtumthaut,
265
Vor diesem Weg, von Nebelrauch umdampft,
266
Vom Schritt der Erdjahrtausende zerstampft —
267
Ach Weltgeist, ohne Dich ring’ ich vergebens,
268
Du tränke mich vom Borne Deines Lebens!
269
Ich bin ein Griffel nur in Deiner Hand,
270
Ein Weizenkorn, Du sä’st es in das Land,
271
Aus meinen Worten sprüht ein Funke nur
272
Der Gluth, die mich umwogt auf Deiner Spur,
273
Dein ist die Kraft, ich bin Dein Eigenthum,
274
Und blüht ein Kranz mir, Dein ist aller Ruhm.

275
Volk das ich liebe, Volk, an dessen Kraft
276
Ich glaube, Du der Menschheit Blut und Saft,
277
Du grüne Eiche, schwellend von Geäst,
278
Dein Haupt trinkt Himmelsglanz, gen Ost und West
279
Streckst Du die Arme, erzgeschmiedet drückt
280
Dein Fuß des Erdreichs Kern, kein Sturmwind rückt
281
Zur Seite Dich um einer Spanne Raum,
282
Durch Deine Blätter rauscht ein Frühlingstraum,
283
Aus Deinem Wipfel klingt es wie Geläut:
284
Es kommt ein Morgen, der die Welt erneut.
285
Volk das ich liebe, alles was ich bin,
286
Bin ich durch Dich, so nimm als Opfer hin
287
Mein armes Lied, vielleicht mit tausend Reben
288
Wird es in Deiner Seele aufwärts streben.
289
Ihr aber, Freunde, reicht mir her ein Glas
290
Thaufrischen Rieslings! welch ein Trunk ist das!
291
Das Aug’ wird hell, die Finsterniß zieht fort
292
Und auf die Lippe drängt sich Wort um Wort.

(Arent, Wilhelm (Hrsg.): Moderne Dichter-Charaktere. Leipzig, [1885].Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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