Weihgesang Zur Eröffnung des neuen anatomischen Theaters in Rostock

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Ludwig Gotthard Kosegarten: Weihgesang Zur Eröffnung des neuen anatomischen Theaters in Rostock (1798)

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Erwache zu erhabner Geistesweide,
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Erwache, gottgeliebtes Warnathen!
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Und eil', in deinem schönsten Feyerkleide,
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Das neue Heil, das dir erglänzt, zu sehn.
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Es lodern schon des Frühroths Purpurgluthen;
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Es wallt schon aus des Osten Flammenmeer
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Der schöngelockte Tag, den Weisen und den Guten
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Ein vielgewünschter Tag, daher.

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Zu unsers Musageten Preis und Ehre,
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Dir, süsses Vaterland, zu Lob' und Ruhm,
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Euch, Söhnen Aeskulaps, zu Lust und Lehre,
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Entriegelt heut ein neues Heiligthum
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Sich unserm Blick — Wem flammt die Altarlohe?
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Wem wallt die lichte Weihrauchwolke hin?
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Dir, Anatome, dir, du Hehre, Holde, Hohe,
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Des ewgen Bildners Heroldin!

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Entschwebet euren stillen Regionen,
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Ihr Genien der grauen Wissenschaft,
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Die ihr in
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An des
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Entwallt, Heroen, euren Lorberschatten,
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Und helfet unser Heiligthum uns weihn!
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Verlasse, Greis von
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Und stimm' in unsre Feyer ein!

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Die ihr aus tausendjähr'ger Nacht erstandet,
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Und kühn im Zwielicht eines schönern Tags
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Die hohe Kunst der Barbarey entwandet,
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Ihr Schatten
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stach's,
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Linnäus, Meteor aus Uplands Öden,
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Verklärter
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Entschwebt, ihr Herrlichen, entschwebet eurem
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Eden,
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Und weihet unser Heiligthum.

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Heran, wem Liebe zu der ernsten Muse
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Die Brust mit Sehnsucht und Verlangen schwellt,
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Heran, und schöpft aus unsrer Arethuse
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Die jedem Lechzer volle Labung quellt!
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Heran, wem theuer seines Menschenseyns Kunde,
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Wem wichtig inhaltreiche Wissenschaft,
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Heran, und schauet hier im festverschlungnen Bunde
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Raumlose Weisheit, Huld und Kraft.

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Seht hier die morsche Hüls' erhabner Seelen
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Aus Stoffen tausendfacher Art gewebt,
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Aus Salzen, Säuren, Kalken, Erden, Ölen,
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Durch Licht und Luft und Feuerstoff belebt!
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Seht hier das labyrinthische Geäder,
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Dadurch des Blutes Kugelwoge rollt!
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Seht hier des Daseyns Born, das grosse Rad der
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Räder,
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Dem jede Ader zinst und zollt!

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Bist du es, kleiner Muskel unsers Lebens,
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Rastloses Triebwerk, Unruh unsrer Brust?
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Du Stifter unsers Drängens, Treibens, Strebens?
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Du Quelle unsrer Qual und unsrer Lust?
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Wir fühlen wohl dein ungestümes Dehnen,
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Dein Jagen und dein Schlagen Nacht und Tag —
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Doch zu beschwichtigen dein Schmachten und dein
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Sehnen,
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Ist unsre Menschenkraft zu schwach.

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Bist du es, enge Spalte, draus die Rede,
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Das Angeld ewiger Veredlung, fleusst?
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Draus jeder gährende Gedank' und jede
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Herzschwellende Empfindung sich ergeusst?
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Bist du es, kleine leichtverschnürte Ritze,
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Aus welcher Platons Honigweisheit floss?
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Aus welcher Demosthen des Heroismus Blitze
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Durch das entmannte Hellas schoss?

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Bist du es, zartes fas'riges Geflechte,
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Das nicht dem Demant, nicht der Zeder ward,
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Das nur dem gottheitnähern Thiergeschlechte
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Zum Majestätsbrief seines Vorzugs ward?
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Seyd ihr es, tausendfach verschlungne Faden,
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Durch die uns tausendfach Gefühl durchzückt,
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Durch die in diesem Nu uns Wollustfluthen baden,
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In jenem Mörder-Schmerz uns knickt.

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Bist du es, weiches Mark, das unum-
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schränket
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Durch jenes Kunstgespinnstes zarten Zwirn
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Die Muskeln spannt, das Spiel der Fibern lenket,
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Itzt hemmt, itzt fortschnellt — königliches Hirn!
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Organ des Denkens, das, von Kepler's Stirne
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Umwölbt, der Weltsysteme Tanz erräth!
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Organ des Forschens, das in unsers Kant Gehirne
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Das Thule der Vernunft durchspäht!

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Und, o der Kunst, die mit Gedankenschnelle
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Den holden Lichtstrahl in den Sehnerv lenkt!
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Und, o der Weisheit, die des Schalles Welle
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In unsers Ohrs Gekämmer sorgsam senkt!
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Und, o Geheimniss, das die tausend Räder
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Im Nu harmonisch regt und rückt und schiebt!
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Wer bist du, leise Kraft? wo schnellst du, stille
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Feder?
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Wer ist, der dein uns Kunde giebt?

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O leit' uns, unser Führer, unser Lehrer!
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Leit' uns, Josephi, auf der Göttin Spur!
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Entschleyere dem Blicke deiner Hörer
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Den ernsten Reiz der heiligen Natur!
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Lass uns die Werkstatt des Verborgnen schauen,
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Uns knie'n am Schemel ihres Heiligthums —
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Glückselig, winkt sie uns dereinst ins heilge Grauen,
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Ins Dunkel ihres Adytums.

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Jedoch zurück zum Hügel der Kamönen,
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Zu Phöbus Lorberhaynen, Weihgesang!
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Zurück und sing' in auserwählten Tönen
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Dem Stifter unsrer Freuden unsern Dank!
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Doch wie? Ihm Dank? In Tönen, Worten,
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Schällen?
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O nein, so dankt man
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Die Hochempfindungen, die unsern Busen schwellen,
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Erzähl' ihm Übung unsrer Pflicht!

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Erzähl' ihm unser unverdrossnes Streben
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Hinan von Wissenschaft zu Wissenschaft!
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Erzähl' ihm unser thatenreiches Leben,
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Und unsers Geistes wohlgeübte Kraft!
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Und jede Wahrheit, die sich uns verklärte,
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Und jede Rettung, welche uns gelang,
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Und jede schöne That, die Bruderwohlfahrt mehrte,
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Sey Friedrich Franzen süsser Dank!

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Wohl, wohl dem Völkerhirten, der der
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Wahrheit,
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Des Himmels schönstem Kinde, Tempel baut;
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Der selbst in ihre sonnenhelle Klarheit
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Mit Adleraugen ungeblendet schaut!
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Der nie das hohe Vorrecht freyer Geister —
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Dich, Vorrecht, frey und laut zu denken — kränkt,
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Der, Vater seines Volks, und seiner Herzen Meister,
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Es weis' erzieht und schonend lenkt.

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Es schlummert in des Grabmahls tiefem Frieden,
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Das Lob, das feiler Schmeicheley entquillt.
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Es trümmern Obelisk und Pyramiden;
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Des Mausoläums finstre Pracht zerschillt.
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Geh unter! ruft die richtende Geschichte
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Dem Rauschgold falscher Fürstengrösse zu.
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Dem Volksbeglücker Heil! Ihm donnert kein Gerichte;
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Ihm lohnt der Himmel Ruhm und Ruh!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Gotthard Kosegarten
(17581818)

* 01.02.1758 in Grevesmühlen, † 26.10.1818 in Greifswald

männlich

deutscher Pastor, Professor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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