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Warum sträubt sich mein Haar?
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Warum schüttelt mich Grauen?
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Ists nur Blättergeflister,
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Was die Haseln durchschwirrt?
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Ists nur Säuseln der Tangeln,
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Was die Tannen durchschwirrt?
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Hebt sichs, wie Flamme,
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Flattert über die Hayde;
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Wandelt näher im Nachthauch —
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Nachtsohn, wer bist du?
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Bist du Mondengeflitter?
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Bist du streifender Schatten?
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Bist du täuschender Irrschein?
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Rede, Nachtsohn, wer bist du?
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„und kennet Telynhard, des Liedes Sohn,
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Nicht Elwill mehr, den frühgewelkten Jüngling?
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Der Neumond sah mich blühn in meiner Kraft,
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Der Halbmond flimmert' auf mein Sterbelager,
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Noch weint der Vollmond auf mein frisches Grab —
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Und Telynhard, des Thränenliedes Sohn,
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Der Gräber Freund, der Geister Liebling, kennet
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Nicht Elwill mehr, den frühgewelkten Jüngling?“
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„von jenem Lande komm' ich hergeschwebet,
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Von welchem Kunde nie dem Staube scholl,
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Von welchem Antwort nie den kühnen Frager
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Rechtfertigte — drum frage, Telynhard,
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Nicht nach dem Lande mich, dem ich entschwebe.“
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„ob nah, ob fern, ob hier, ob da, ob dort?
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Mag gleich dir gelten, Harfensohn — Doch wohl,
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Wohl ist der Trümmer in der engen Klause,
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Viel wohler noch dem Fremdling, der verwiesen
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Aus seiner Heimath in der Trümmer hauste,
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Viel wohler, Dichter, als es dein Gesang,
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Als deiner Fantasieen Adlerschwung,
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Als deines Flammenliedes Schwanenflug
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Erfliegen mag. Viel wohler, Freund, ist mir.“
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„wohl Manches, was dem eingekerkerten
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Durch enge Gitter mühsam spähenden,
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Durch weite Fernen ängstlich horchenden,
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Verwiesnen Geiste Blitz der Wahrheit däuchte,
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Was Denker mit der Schlüsse Kettenringen,
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Was Priesterwuth mit Bann und Beil und Holzstoss,
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Was Märtyrer mit hingebognem Nacken
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Erwiesen, oder zu erweisen wähnten,
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Wohl Manches, was der selbstzufriedne Grübler
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Als Dichtertraum verlacht, der eitle Spötter
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Als Priestermährchen höhnt, der kalte Grübler
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Gar in der Unding' öde Nacht verbannt,
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Eins ist mir helle, was mir dunkel war.
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Das Andre dämmert mir nur noch. Das Dritte
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Ist rabenschwarze Mitternacht noch immer.
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Viel sind der langen Ewigkeit Äonen.
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Viel Zeit ist hier zu lernen. Vieles ist
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Dem ersten Seraph noch zu lernen übrig.“
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„wohl anders ist des staubverhülleten,
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Wohl anders des enthüllten Geistes Tugend;
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Doch tröste dich. Mit Menschenwage wägen
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Den Werth der Menschen die gerechten Götter.
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Nach Einsicht richten sie, nach treugesuchter,
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Nach heisserrungner, ernstbefolgter Einsicht,
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Wär gleich die Einsicht Irre — Telynhard,
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Drum sey getrost, und nimmer lass zu forschen,
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Und nimmer lass zu lehren, was du forschtest,
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Und nimmer lass zu üben, was du lehrtest.“
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„belehrung harret hier. Aus schlimmer Thaten
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Gleich schlimmen Folgen keimt des Bessern Ein-
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Des Bessern Einsicht knospt zur That des Bessern.
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Der schönen Knosp' entblühn des Wohlseyns
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Stets höher, voller, dranger, körniger,
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Der Ewigkeiten weite Felder durch.
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So lohnen, strafen, so vergelten Götter,
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Viel anders zwar, als eure Priester lehren,
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Viel anders zwar, als eure Dichter singen.
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„wohl wärmet Liebe auch die Schattenwelt;
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Wohl haucht ihr Lebensathem Geister an.
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Doch jene arme Erdenliebe nicht,
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Die durch der Formen sanfte Schwingungen,
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Und durch der Farben holde Mischungen,
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Durch Umriss, Füll' und Blüth' und Gluth geweckt,
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Den Staub zu Staube zieht, dem Einzigen
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Sich eignet, und die ganze weite Welt
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Armselig in dem Einzigen vergisst —
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Die arme enge Liebe wohnt nicht hier,
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Wohl aber jene reichre, edlere,
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Die nur dem All sich eignet, sich das All,
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Sich selig fühlt, nur in der Seligkeit
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Des grossen Alls, und dessen Seligkeit
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Rastlos zu fördern, höchste Wollust achtet.
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Die Liebe kennen wir. Sie gastet nicht,
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Sie wohnt und hauset unter uns. Sie ist
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Bey uns daheim — Doch Telynhard, fahr wohl!
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Fahr wohl! Des Hades Zug entzeucht mich dir.
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Fahr wohl! und nimmer werde lass zu forschen,
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Und nimmer lass zu lehren, was du forschtest,
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Und nimmer lass zu üben, was du lehrtest,
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Bis dir der Wahrheit Urlicht strahlt, der hohen
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Urschönheit Anschaun dich entzückt, das Urgut
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Aus seines Bechers reinem Wein dich tränkt —
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Fahr wohl! Ich scheide. Denke mein! Fahr wohl!“