Canzone VII

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Karl Candidus: Canzone VII (1854)

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Freut euch! aus allem Nacht- und Licht-Umstoßnen
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Rückstralet Himmelshuld euch Aufmerksamen.
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Kann euch doch Jegliches zum Mittler werden!
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Und lernt ihr dann begreifen jenen Namen
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Und jenes Bild des freventlich Verstoßnen,
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Der Mitte der Vermittlung ward auf Erden,
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Dann auf den Opferherden
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Der Gottesmenschheit flammt auch
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Dem wird zum Mittler Weltgeräusch, Dem Schweigen,
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Dem der Gestirne Reigen,
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Dem irgendwer, Dem Schmerz an einem Grabe,
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Und Jenem schauert Heilgefühlserregung
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Aus reinen Denkens hoher Selbstbewegung.

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Wo immer ich, mein Heiland, dich mag schauen,
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In Schrift und Kunst, in mir und auf der Straßen.
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Erscheinst du mir als Fließendes und Vieles
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Und auch als Eins und Vestes gleichermaßen
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Wie Einheit wol in heil'gem Münsterbauen
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Benebst Vielartigkeit des Arbeitspieles.
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Laß Jeden seines Zieles
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Besonderheit, o Herr, stets klarer fassen
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Und kräftiger erstreben, auf daß alle
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Werkleute sich im Schwalle
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Des Bildens dahin stellen wo sie bassen,
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Und Allen laß im einzeln Thun Bewußtsein
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Des großen Ganzen stets die höchste Lust sein.

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Denn nichts und ewig auch die Menschheit kann nicht
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Aus sich heraus, kann im Verhältniß stehen
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Zu nichts das nicht zugleich ihr angehörig,
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Sei's Wollen, Fühlen, Ahnen, sei's Verstehen,
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Selbst dann, wenn sie von Grenzen spricht, selbst dann nicht,
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Und Gott trennt man, Natur von Menschheit thörig.
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Mag säuselndes Geröhrig
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Wol als ein Fremdes anseh'n Strom und Flur sich?
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Horcht ihm! es wird sein Credo euch verkünden.
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Dem Geiste muß verbünden
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Als Geist sich alles Sein, und als Natur sich
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Natürlichem. Du aber, Bild der Reinheit,
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Bist Geist und bist Natur als höchste Einheit.

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Du bist das königliche Allgemeine,
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Bist das Unendliche, die ew'ge Freiheit,
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Bist selbstbewußtes All, in Gott aussagbar,
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Und dennoch bist du nicht die Einerleiheit,
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Nein, das Hocheigenthümliche, weil deine
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Freiheit bei Selbstbeschränkung ist erfragbar.
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Der unser Aller Tag war,
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Ist als das fleischgewordne Wort so Alles
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In Allem wie er Alles ist im
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Charakterbild, dem reinen,
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Das Eckstein ward des ird'schen Tempelwalles.
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Und wir auch, die belebten Steine, fassen
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In's Ganze uns nach eignen Gottesmaßen.

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In dir sind alle Bildungen der Gattung
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Wie sie in Raum und Zeit vertheilt erscheinen.
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Stets bist, als Einzler, Ganzes du geblieben,
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Nicht zwar als ob du Buntestes vereinen
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Im Einzeln möchtest, dir in Vollausstattung
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An
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Nein, durch dein hohes Lieben
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Wodurch du, was als Einzlem dir nicht reifte,
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In Andern reif siehst und als dein, aus Gnaden,
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Der Einzel-Myriaden
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Ursprüngliche Entwickelungsverläufte.
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Denn Alle hat der Vater dir gegeben,
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Daß sie mit dir in Eins vollendet leben.

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Es ist das Schöne stets das Allgemeine
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In hochbestimmter Form. Du aber bist ja
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Des Schönen voller Inbegriff zu nennen
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Und anders nicht erschaut dich jeder Christ ja.
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Zum Musterbild fromm aufblickt die Gemeine
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Weil Jedem Sinn und Liebe da entbrennen.
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So muß er bald erkennen
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In sich und Andern eigenes Gestalten.
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Denn gleichwie in der Kunst so ist im Leben
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Nie knechtisches Ankleben
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Der Nachahmung gedeihliches Entfalten.
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An reiner Eigenthümlichkeit entzünde
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Sich andere Befreiung von der Sünde.

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Wo sich der Gottgesalbte mag erzeigen,
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Weil er ja Alles uns in Allem sein muß,
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In Menschen und vermenschheiteten Dingen,
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Ist's das Unendliche das er verleih'n muß,
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Doch endliche Bestimmtheit, neu und eigen,
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Muß er nicht minder, wo er aufstralt, bringen.
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Wo irgend sind die Schwingen
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Der Jordanstaube über Hochgebilden
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Gespannt, wird Gottes Liebling eigenthümlich
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Neu sein wie als er rühmlich
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Und wird in Andern Anderes anregen
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Und ewig selbst sein jeglich Selbstbewegen.

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Und Völker so wie Einzle werden allzeit,
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Wenn selbstbeschränkend Einzles sie erlesen,
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Als Glieder sich des großen Ganzen wissen.
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Seht da des Sprachthums Heiligkeit und Wesen!
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Uns vor dem Fluche gänzlicher Verfallzeit
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Zu retten ist das ew'ge Wort beflissen.
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O in den Finsternissen
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Der Jetztwelt haltet fest an solchem Horte!
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Mag mehr und mehr die Gegenwart verrotten
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Und mag der Fremde spotten,
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Die deutsche Zukunft blüht im deutschen Worte.
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Hat Luthers Hammer denn schon ausgewuchtet?
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Noch hat ja deutscher Geist nicht ausgefruchtet.

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Wie spielst du wechselreich und vielgestaltig.
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O Herr, allstets derselbe und ein andrer,
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Im Menschen vor mir und im Menschenwerke!
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Ein erdgebildet hoher Himmelswandrer,
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Als Theil beschränkt, als Ganzes frei-gewaltig,
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Ein schwaches Rohr stets wie ein Gott der Stärke!
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Doch wo ich dich vermerke,
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Allmittler! schmilzt mir alles dein Erscheinen
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Am liebsten stets in jenes Bild zurücke,
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Das wir in Schmerz und Glücke
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Am Fuß des Kreuzes dankerfüllt beweinen.
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Vom Kreuz auf Golgatha kommt uns das Leben,
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Wie mannigfaltig du es mochtest geben.

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Dein Kreuz ist Mittelpunkt uns der Geschichte,
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Und jene deine Knechtsgestalt bleibt allen
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Zeitaltern ew'ger Huld erhöhtes Zeichen,
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Und ob stets neue Namen heilig schallen,
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Dein erster ird'scher Name bleibt im Lichte
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Bis alle Erdensprachen einst erbleichen.
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Es sind im ganzen reichen
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Sprachschatz der Menschheit keinerlei Juwelen
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Bedeutender als diese deines Lebens
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Und Todes und Aufstrebens
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Bezeugungen an alle Menschenseelen,
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Und, eingefasset in die Sacramente,
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Sind sie des höchsten Styls Grundelemente.

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Vor jenem Kreuze muß die Erde küssen
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Der Dagon derer die nach Weisheit fragen,
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Unächter Weisheit, welche nichts mag würzen.
133
Vor jener Knechtsgestalt, die wir umklagen,
134
Vor jener herrlichen, erhabnen, müssen
135
In Staub hin alle falschen Heil'gen stürzen.
136
In jenem Namen schürzen
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Sendboten sich, beseligende Kunde
138
Zu künden, und versteh'n sich die da glauben.
139
Ein solch Palladium rauben
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Läßt sich die Gottmenschheit zu keiner Stunde.
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Wie möchte sie? Es thun nur, was sie sollen,
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Die Glieder, und dem Haubt gebührt das Wollen.

143
Und ist dereinst der letzte Feind bezwungen,
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Wenn jemals in der Zeit dies ganz gescheh'n soll,
145
Und ist der Tod durchaus zu Grund gerichtet,
146
Weil überall der Geist des Grundes weh'n soll,
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Und ist dein Leben allwärts durchgedrungen
148
Und Unform wie Verbildung ganz vernichtet,
149
Und überall gelichtet
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Die Aussicht in's Unendliche, daß Alles
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Gott ist in Allem, Alles Wort der Worte
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Und Alles Himmelspforte
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Für Alle, wird bis zu des Erdenballes
154
Sturz doch der Erdgeist seiner Wiege denken
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Und jenem Kripplein fromme Liebe schenken.

156
Unendlich-Endliches, Wort aller Worte,
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Wie andre Welten doch dich mögen nennen,
158
Besitzen, fühlen, wissen und gestalten,
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Gedenk' ich oftmals, wenn erfunkelnd brennen
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Der Nacht Gestirne. Doch an jedem Orte
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Ist dir, wie unterschiedlich du magst walten,
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Die Selbigkeit erhalten
163
Im Vater, im Unendlichen, im Einen,
164
Und jauchzend taucht sich in den Hochgedanken
165
Mein Herz, daß keine Schranken
166
Gesetzt dem eigenthümlichen Erscheinen.
167
Ja wahrlich, wer nur „fühlt“! Ein
168
Mir „Namen“,

(Candidus, Karl: Der deutsche Christus. Fünfzehn Canzonen. Leipzig, 1844.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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