Neujahrswunsch an den Rinderhirten

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Anna Luise Karsch: Neujahrswunsch an den Rinderhirten (1792)

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Geliebter Freund! des höchsten Güte
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Schenkt abermal ein neues Jahr,
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Drum bringt dir mein erfreut Gemüthe
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Die Pflicht ergebner Wünsche dar.
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Wenn Zeiten, Tag und Jahre schwinden,
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So grünet die Beständigkeit;
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Man wird sie stets im Flore finden,
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Sie ändert sich nicht mit der Zeit:
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Wenn sich verwechseln Jahr und Wochen,
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So bleibt sie doch ununterbrochen.
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Wo Redlichkeit und Tugend blühen,
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Da ist die Falschheit schon verbannt,
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Es heißt vergebens ihr Bemühen,
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Sie findet einen Gegenstand,
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Der ihr von lauter Treue saget
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Und alle Flatterei verjaget.
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Ich kenne schon dein reines Wesen,
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Du bist von zarter Kindheit an
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Mein tugendhafter Freund gewesen,
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Drum nimm die treuen Wünsche an,
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Die zwar aus schlechter Feder fließen
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Und sich in diese Zeilen schließen:
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Der Geber aller guten Gaben,
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Der Herr, von dessen Gütigkeit
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Wir Seel- und Leibeswohlfahrt haben,
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Der wolle bei erneuter Zeit
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Dein Haupt mit Heil und Kraft belegen,
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Er kröne dich mit reichen Seegen.
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Er wende was dich kann betrüben,
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Und schenke was dein Wohlseyn mehrt,
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Er stürze die dein Unglück lieben;
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Und wenn er meinen Wunsch erhört,
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Laß er dich bald was Schönes wählen,
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Und viel vergnügte Jahre zählen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Louisa Karsch
(17221791)

* 01.12.1722 in Skąpe, † 12.10.1791 in Berlin

weiblich, geb. Karsch

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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