An Milons Billet

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Anna Luise Karsch: An Milons Billet (1792)

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Was seh ich! all ihr Thatenrichter!
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Ihr Götter! — Was erblick ich hier!
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Ha, mein Geliebter spricht mit mir,
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Er selbst, er ist der feine Dichter,
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Der diese goldne Worte schrieb —
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Nun wirds in meiner Seele lichter,
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Nun hab’ ichs Leben wieder lieb —
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O theures Blatt, wo willst du bleiben;
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Mein Herz verlangt dich Schlag auf Schlag
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Mit heißen Foderungsbetreiben.
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Es will du sollst dich Nacht und Tag
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An seine linke Seite schmiegen. —
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Ach allzusüßes, schönes Pfand
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Hier könntest du nicht lange liegen,
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So hätte dich die Gluth verbrannt,
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Die stets in diesem Herzen lodert;
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Auch würdest du nur gar zu oft
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Von diesem Munde hier gefodert,
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Der dich noch dann zu küssen hofft,
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Wenn er auf ewig sich soll schließen.
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Nein, nein, du must nicht untergehn,
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Ich will dich sehen und genießen,
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So lange noch ein Wunsch im Herzen kann entstehn.
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Drey Tage soll dies Herz dich haben,
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Und nach drey Tagen liegst du dort,
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Wo Milons Rose ward begraben:
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Da soll mein allererstes Wort
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Des Morgens früh beim Sonnengruße
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Die Frage seyn: wo ist mein Schatz?
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Und Abends spät nehm ich nach siebenfachem Kusse
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Von dir auf meinem Lager Platz. —

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Louisa Karsch
(17221791)

* 01.12.1722 in Skąpe, † 12.10.1791 in Berlin

weiblich, geb. Karsch

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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