An Milon

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Anna Luise Karsch: An Milon (1792)

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Zanken will ich nicht und klagen,
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Aber eins muß ich dir sagen:
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Du, der du mein Herz gewannst,
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Milon, der du mich bewirthen
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Durch ein freundlich Lächeln kannst,
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Du verschmähtest jüngst die Myrthen,
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Weil du dich nicht drauf besannst,
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Daß dein Weigern mich betrübte,
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Ach du wustest nicht, daß ich
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In die Veilchen mich verliebte,
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Welche zum Beneiden sich
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Dir ans Herz gelegt befanden,
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Tauschen wollt ich gern mit dir,
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Und du hast mich nicht verstanden.
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Diese Veilchen wären mir
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Heiliger noch als die andern,
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Die dein Diener mir gebracht;
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Und sie sollten mit mir wandern
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In des finstern Grabes Nacht.
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O wie kannst du das verachten,
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Was dir meine Liebe beut;
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Kannst du nicht mein Herz betrachten
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Bei der Blumen Kleinigkeit?
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Pflücke du mir auf dem Platze,
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Wo dein Fuß zu wandeln pflegt,
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Blümchen, die der Grasraum trägt,
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Und ich mache sie zum Schatze.
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Gänseblümchen nähm ich an,
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Und ein Zweigchen von den Bäumen,
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Die ein jeder nutzen kann;
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Wo in lügnerischen Träumen
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Sich der arme Kriegesmann
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Ausgestreckt am Tische weidet,
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Und noch hungert, wenn er wacht,
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Und den Reichen noch beneidet,
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Der sich Promenaden macht. —
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Solch ein Zweigchen, du mein Lieber!
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Brich mir im Begegnen ab,
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Und ich freue mich darüber,
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Weil mirs Milon gab. —

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Louisa Karsch
(17221791)

* 01.12.1722 in Skąpe, † 12.10.1791 in Berlin

weiblich, geb. Karsch

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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