An Mademoiselle Sack

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Anna Luise Karsch: An Mademoiselle Sack (1792)

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Du Priesterkind! den Musen nachzusteigen,
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Ist eines Wandrers Müh, der, Berge die sich zeigen,
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Leicht zu erforschen denkt, er gehet Tage lang
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Und ist noch nicht dem Berg am Fuß gekommen,
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Von welchem er das Haupt so deutlich wahrgenommen:
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Solch ein beschwerlich Werk ists, ehe der Gesang
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Des Lesens würdig wird. Da murren selbst die Söhne
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Apollens auf den Mislaut ihrer Töne.
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Eh bei mir selbst mein Lied den halben Beifall fand,
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Sind sieben Lenze hingegrünet,
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Und ob es bei der Welt den Beifall noch verdienet,
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Bleibt mir noch zweifelhaft, noch immer unbekannt.
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Von der Natur gewaltig fortgetrieben
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Hab ich Gedanken hingeschrieben,
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Erst niedrig, ohne Schmuck, und rauh,
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Ich wählte, ich verwarf; so wirft ein Kind den Bau
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Von Karten auf dem Tische nieder,
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Hebt schnell die Blätter auf, und baut das Häuschen
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wieder
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Und freuet des Geschöpfes sich.
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Ich baute eben so, war kühn, blieb unverdrossen,
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Wenn gleich mein Lied nicht Meisterliedern glich;
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Du aber wurdest ärgerlich,
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War Dir der Vers nicht halb geflossen.
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Sei dankbar der Natur; sie gab Dir Fähigkeit
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Zu Werken, die ich nicht verstehe.
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Du machst Dir selbst im Anwand Deiner Zeit
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Den weißen Puz, den ich im Laden suchen gehe.
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Sei glücklich in der Welt! ward nicht die Muse Dein,
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So soll ein Musenfreund Dir mehr als Phöbus seyn!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Louisa Karsch
(17221791)

* 01.12.1722 in Skąpe, † 12.10.1791 in Berlin

weiblich, geb. Karsch

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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