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Weg ist nun eine Woche schon,
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Zwei Wochen werden auch verschwinden —
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Nach Deiner Kummerbitte Ton
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Verschwand die erste Woche schon,
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Woher soll sich Bezahlung finden?
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Du machest ein Geheimniß mir
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Aus der vorgeblich großen Sache,
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Ein Abgesandter kam von Dir,
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Der sagte das Geheimniß laut,
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Weil ich ihn frug, worauf die Hoffnung sey gebaut?
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Da nannt’ er ein Arcanum mir, und prahlte
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Er sey selbst bei der Sache intressirt,
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Er, dessen alt Gewand kein Mensch mit Dank bezahlte,
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Der nicht den Stab des Mangels führt —
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Wahrhaftig, wenn Dein magrer Bote
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Ein Mann von den drei Männern ist,
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Mit welchen Du geschäftig bist,
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An dem Arcanum, das von ächtem Korn und Schroote
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Dir blanke Thaler bringen soll:
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Dann steht es mißlich um die Leute,
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Die sich verließen hoffnungsvoll,
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Daß Deine Miene Gold bedeute,
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Wenn Du Dir solch ein Ansehn gabst,
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Als ob Du große Renten sicher
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Aus großen hohen Händen habst —
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Sprich, was studierst Du doch für Bücher:
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Von deutscher Wolle willst Du nun
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Die feinste Spansche Wolle machen?
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Du willst ein Wunderwerkchen thun?
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Ich lache bei sehr wenig Sachen,
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Zwingt Dich die Drangsaal nicht zu schon gewohnter
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So wird Dirs dennoch gehn wie manchem Alchimist,
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Der Tag und Nacht darauf verwendet,
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Und wenn er nun das lezte Werk vollendet,
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Wenn nun das Wunder soll geschehn,
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Veredeltes Metall im Tiegel
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Mit rothem Goldesglanz zu sehn,
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Ach, dann bekommt der König Flügel,
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Flieht aus dem Laber’torium
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In alle Lüfte ringsherum
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Und nichts bleibt als ein Aschenhügel.
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Der Laborant wird kummerstumm —
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Daß Gott erbarm! so kann Dir’s auch ergehen,
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Dann giebst Du Deinem Schicksal Schuld,
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Und alle Gläubiger verlieren die Geduld,
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Und ich soll für die Summa stehen,
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Die Du bei St*zen aufgeborgt.
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Nie darf ich’s wagen unbesorgt
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Vor innerlicher Schaam dies Haus noch zu betreten,
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Wo Du Dir Silber ausgebeten,
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Weil Dich mein redlich Herz empfahl.
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Gewöhne Dich zur Wahrheit doch einmahl
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Jezt in den Jahren des Verstandes —
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Was hilft Dir jeder blaue Dunst;
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Du wolltest ja den Flachs des Landes
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Verwandeln auch durch eine Kunst
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In würklich reine weiße Seide.
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Du wolltest ja durch Liebesfreude
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Dein Glück auf Deiner Tochter Glück
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Fest gründen wie auf einem Fels im Meere.
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Du bliebst dabei noch bis zum lezten Augenblick,
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Daß Dirs vollkommen kundig wäre,
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Wie Gusta mit dem Oberhirt Montan
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Sich insgeheim gar wohl verstände,
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Nun hat die schöne Truglegende,
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Hat die Vorspiegelung ein Ende;
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Nicht nur der Schein ist wider Dich,
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Es sind vorsätzliche Thatsachen,
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Und jede frägt halbrichterlich:
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„wer hieß Dich Staat auf fremde Kosten machen?
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„wer zwang Dich zum Bedientenlohn?
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„zur Wagendingung, und dergleichen?
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„ha, der vornehme, große Ton,
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„geziemt sich nur allein den gold- und silberreichen,
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„nicht denen, die von Tag zu Tag
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„sich um die Nothdurft kümmern müssen;
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„man wage nur, was man vermag,
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„und schone sein Gewissen“ —
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So reden ohne Schmeichelei
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Die wirkliche Thatsachen,
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Sie schreien laut, und dies Geschrei
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Wird Deinem Wappen Schande machen;
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Und flistern muß ich Dir ins Ohr:
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Die Redlichkeit geht allen Wappen vor,
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Und allem Glanz von tausend Jahren.
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Ich ließe mich oft gern bei meine Freunde fahren,
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Denn sauer wird mir jeder Gang,
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Mein Eingeweid ist schwach, ich fühls bei jedem Tritte,
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Muß ruhen unterwegs oft Viertelstunden lang;
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Und dennoch macht ich mirs zur Sitte
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Kein Geld zu borgen, um dem Lohngedungnen Mann
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Zu zahlen, der durch Vorgespann
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Mich ganz bequem zu Freunden brächte.
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Noch weniger borgt ich mir Geld,
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Damit man mich bemerken möchte,
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Wenn vorgefahren wird, und wenn der Kutscher
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Ich kenne schon, seit fünf und zwanzig Jahren,
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Ein wirklich edles Weib
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Es ließ sich ehedem in väterlicher Stadt,
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Und hier zu groß Berlin im eignen Wagen fahren;
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Weils aber ganz wahrhaftig edel denkt,
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Hat sichs in seinen Wittwen-Jahren
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Gebührlich eingeschränkt —
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Wenns Gichtschmerz in den Füßen leidet,
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Alsdann bleibts gern daheim, und meidet
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Gesellschaft von der besten Art;
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Und wenn der Schmerz vertrieben ward,
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Dann gehts zu Fuß, wie ich, dann scheint es zu
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Daß der Gemahl Major gewesen ist —
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Dafür empfindet es auch nie das Drangsalpressen,
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In welches Du gerathen bist.
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Bey Gott! zu dieses Weibes Füßen
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Da möchten Du und ich, und hundert andre sich
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Noch setzen, und gutmüthiglich
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Der Weisheit Unterricht genießen —
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Denn ohne Prahlerei im Glück,
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Und ohne Zittern, ohne Zagen,
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Beim widerwärtigen Geschick,
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Bei trüben Kummertagen
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Bleibt dieses Edlen Weibes Geist
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Gleich stark um alles zu ertragen;
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Und wenns die Scheelsucht bitterlich verdreußt,
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So darf, so will, so muß ichs dennoch sagen:
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In dieses Weibes Herz verläugnete sich nie
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Die thätigste Philosophie! —