An die Prinzessinn Heinrich

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Anna Luise Karsch: An die Prinzessinn Heinrich (1792)

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Grün wie der Frühling war Dein Kleid;
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Weiß, wie der Schnee zur Winterzeit,
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Die Stirne, die voll Lieblichkeit
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Herab zu allem Volke redte.
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Die Grazien sahn neidisch nach,
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Der Dichtergott Apollo sprach:
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Wer sich in Dich verkleidet hätte.
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Diana, sprach er, stieg herab,
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Und weil der Wald ihr keine Freuden
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Für ihre Götterseele gab,
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Gefiel es ihr sich menschlich einzukleiden;
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Prinzessinn! also sprach Apoll
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Zu seinem Sohn den Kriegesdichter:
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Indem erblicktest Du hoch auf dem Dohm zween
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Lichter,
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Und forschtest nach, warum? Der Dichter sprach:
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es soll
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Vor Alters sich verirrt ein frommer Bischof
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haben,
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Der ordnete alsdann vor künftige Gefahr
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Die Lichter an, die nun fünf hundert volle Jahr
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Dem Wandrer in der Nacht getreu bezeichnet
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haben
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Die rechte Straße nach der Stadt.
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Du lächeltest und sprachst:

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„der gute Bischof hat
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„das beste Werk gethan, weil vor fünf
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hundert Jahren
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„die Menschen, wie die Zeit, so ganz ver-
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finstert waren.„

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Weich feiner Witz sprach dazumal
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Im Engelton aus Deinem Munde.
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Und stolzer als mein Freund bin ich auf eine
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Stunde,
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In der mich Deiner Reime Wahl

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Aufmunterte an Deiner Seite.
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So glücklich war die Griechinn nicht,
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Die Sapho hieß, sie sang vor keinem Angesicht,
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Das Deiner Hoheit Strahlen um sich streute.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Louisa Karsch
(17221791)

* 01.12.1722 in Skąpe, † 12.10.1791 in Berlin

weiblich, geb. Karsch

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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