Ueber die Begierden und Wünsche. An den jungen Herrn von der H*st

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Anna Luise Karsch: Ueber die Begierden und Wünsche. An den jungen Herrn von der H*st (1792)

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O glaube mir, der Du im Jünglingsfuße
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Die Flüchtigkeit des Rehes hast,
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Du wünschest viel, und bist doch im Genusse,
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Was Du erwünschest, satt.

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Der Garten lockt; Du girrest gleich der Taube,
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Die lange Zeit verlassen ward:
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„freund, laß mich gehn zum Rosenstock — „Erlaube,
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„mein lieber Eberhard?„

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Er wird besiegt durch süße Schmeicheleyen,
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Wie von der Juno Jupiter,
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Du hüpfest fort, und alsobald erfreuen
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Die Blumen Dich nicht mehr.

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Dir ekelt vor dem Honigduft der Rose,
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Wie Jakobs Enkeln vor dem Mann;
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Dein Auge blickt gleich einem Gräbermoose
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Die grüne Myrthen an.

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Dein Busen schwillt von neuen Wünschen schwanger
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Bis an das glatte Kinn herauf,
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Der Sommertag ist dir ein leerer, langer
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Beschwerter Stundenlauf.

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Dein Führer braucht bey mancher ungestümen
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Begierde, die Dein Busen fühlt,
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Mehr Kraft, als Nestor, der die Lenkungsriemen
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Der scheuen Rosse hielt,

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Da Diomed wie Mars daher gefahren
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Vor Ilium, bis seinem Drohn
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Des Donnergottes Blitze schrecklich waren
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Und er zurückgeflohn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Louisa Karsch
(17221791)

* 01.12.1722 in Skąpe, † 12.10.1791 in Berlin

weiblich, geb. Karsch

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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