Auf einem Grabe

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Johann Peter Hebel: Auf einem Grabe (1803)

1
Schlof wohl, schlof wohl im chüele Bett!
2
De ligsch zwor hert uf Sand und Chies;
3
doch spürts di müede Rucke nit.
4
Schlof sanft und wohl!

5
Und ’s Deckbett lit der, dick und schwer
6
in d’ Höchi gschüttlet, uffem Herz;
7
Doch schlofsch im Friede, ’s druckt di nit.
8
Schlof sanft und wohl!

9
De schlofsch und hörsch mi Bhütdi Gott,
10
de hörsch mi sehnli Chlage nit.
11
Wärs besser, wenn de ’s höre chönntsch?
12
Nei, weger nei!

13
O ’s isch der wohl, es isch der wohl!
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Und wenni numme by der wär,
15
se wär scho alles recht und gut.
16
Mer toltenis!

17
De schlofsch und achtisch ’s Unrneih nit
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in Chilche-Thurn die langi Nacht,
19
und wenn der Wächter
20
im stille Dorf.

21
Und wenns am schwarze Himmel blizt,
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und Gwülch an Gwülch im Donner chracht
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se fahrtder ’s Wetter über’s Grab,
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und weckt di nit.

25
Und was di früeih im Morgeroth
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bis spot in d’ Mittnacht bchümmert het,
27
Gottlob, es ficht di nümmen a
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im stille Grab.

29
Es isch der wohl, o ’s isch der wohl!
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und alles was de glitte hesch,
31
Gottlob und Dank, im chüele Grund
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thuts nümme weh.

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Drum, wenni numme by der wär,
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se wär io alles recht und gut;
35
iez sitzi do, und weiß kei Trost
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mi’m tiefe Schmerz.

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Doch öbbe bald, wenns Gottswill isch,
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se chunnt mi Samstig z’ oben au,
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und druf, se grabt der Nochber Chlaus
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mir au ne Bett.

41
Und wenni lig, und nümme schnuuf,
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und wenn sie ’s Schloflied gsunge hen,
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se schüttle sie mer ’s Deckbett uf,
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und — Bhütdi Gott!

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J schlof derno so sanft wie du,
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und hör’ im Chilch-Thurn ’s Unrueth nit!
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mer schlofe, bis am Sunntig früeih
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der Morge thaut.

49
Und wenn emol der Sunntig tagt,
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und d’ Engel singe ’s Morgelied,
51
se stöhn mer mit enanderno uf,
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erquickt und gsund.

53
Und ’s stoht e neui Chilche do,
54
hel funklet sie im Morgeroth.
55
Mer göhn, und singen am Altar
56
’s Hallelujah!

([Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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