Das Haber-Muß

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Johann Peter Hebel: Das Haber-Muß (1803)

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’s Haber-Mueß wär ferig, iez chömmet
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ihr Chinder und esset!
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Betet:
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ordeli Achtig,
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aßich nit am rueßige Tüpfi ’s Ermeli schwarz
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wird.
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Esset denn, und segnichs Gott, und wach-
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set und trüeihet!
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G’seiht het der Aetti der Haber, und abe
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g’eget im Früeih-Johr,
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und der himmlisch Vater het gseit: „Jez
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chasch wieder heim goh,
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„aß es wachst und zitig wird, für sel willi
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sorge!“
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Denket numme Chinder, es schloft in ied-
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wedem Chörnli
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chlei und zart e Chiimli, ’s thut nummen
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au kei Schnüüfli,
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nei, es schloft, und seit kei Wort, und ißt
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nit, und trinkt nit,
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biß es in de Fuhre lit, im luckere Bode.
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Aber in de Fuhren und in der füechtige Wärmi
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wacht es heimli uf us sim verschwiegene
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Schlöfli,
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streckt die zarte Gliedli, und suget am saf-
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tige Chörnli,
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wie ne Mutter-Chind, ’s isch alles, aß es
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nit briegget.
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Siederie wirds größer, und heimli schöner
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und stärcher,
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und schlieft us de Windle, bohrt mittem
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Würzeli abe,
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tiefer aben in Grund, und sucht si Nahrig
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und findt sie.
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Jo und ’s stichts der Wundervitz, es möcht
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doch gern wisse,
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wie’s au witer oben isch. Gar heimlig und
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furchtsem
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güggelet’s zum Boden us — Potz tausig,
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wie gfallts em!
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Uese lieber Herget, er schikt en Engeli abe:
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„bringem e Tröpfli Thau, und sag em
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fründli Gottwilche!“
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Und es trinkt, und ’s schmektem wohl, und
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’s strekt si gar sölli.
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Sieder strehlt si d’ Sunnen, und wenn sie
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gwäschen und gstrehlt isch,
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chunnt sie mit der Strikete füre hinter de
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Berge,
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wandlet ihre Weg hoch an der himmlische
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Land-Stroß,
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strikt und lueget aben, aß wie ne fründligi
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Muetter
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no de Chindlene luegt; sie lächlet gegenem
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Chiimli,
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und es thut em wohl, bis tief ins Würzeli abe.
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„so ne tolli Frau, und doch so güetig
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und fründli!“
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Aber was sie strickt? He, Gwülch us himm-
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lische Düfte!
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’s tröpflet scho, ne Sprützerli chunnt, druf
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regnets gar sölli;
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’s Chiimli trinkt bis gnug; druf weiht e
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Lüftli und trochnet’s,
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und es seit: „Jez gangi nümmeu untere
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Bode,
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um ke Pris! Do blibi, geb, was no us
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mer will werde!“
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Esset Chindli, gsegn’ es Gott, und wach-
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set und trüeihet!
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’s wartet herbi Zit ufs Chiimli; Wulken
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an Wulke
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stöhn am Himmel Tag und Nacht, und d’
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Sunne verbirgt si;
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uf de Berge schneit’s, und witer nide hur-
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niglet’s;
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Schocheli schoch, wie schnatteret iez, und
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briegget mi Chiimli!
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und der Boden isch zu, und ’s het gar chün-
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digi Nahrig.
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„isch denn d’Sunne gstorbe, seit es, aß
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sie nit cho will,
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„oder förcht sie au, es frier’ sie? Wäri
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doch bliebe,
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„woni gsi bi, still und chlei im mehlige
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Chörnli,
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„und deheim im Boden und in der füech-
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tige Wärmi.“
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Lueget Chinder, so gohts! Der werdet au
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no sage,
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wenn der use chömmet, und unter fremde
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Lüte
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schaffe müent und reble, und Brod und
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Plunder verdiene:
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„wäri doch deheim by’m Müetterli, hin-
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terem Ofe!“
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Tröstich Gott! ’s nimmt au en End, und
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chunnt wieder besser,
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wie’s im Chimli gangen isch. Am heitere
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May-Tag
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weihts so lau, und d’ Sunne stigt so chräf-
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tig vom Berg uf,
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und sie luegt, was ’s Chiimli macht, und
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git em e Schmützli,
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Jez isch em wieder wohl,
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z’blibe vor Freude.
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Nootno prange d’ Matte mit Gras und
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farbige Blume;
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nootno duftet ’s Chriesi-Blust, und grün
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wird der Pflum-Baum;
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nootno wird der Rogge buschig, Weizen
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und Gerste,
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und mi Häberli seit: „Do blibi au nit de-
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hinte!“
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Nei er spreitet d’ Blättli us — wer het sie
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echt gwobe?
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und iez schießt der Halm — wer tribt in
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Röhren an Röhre
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’s Wasser us de Wurzle bis in die saftige
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Spitze?
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Endli schlieft en Aehri us und schwankt in
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de Lüfte —
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Sagmer au e Mensch, wer het an sideni
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Fäde
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do ne Chnöspli ghenkt, und dört mit chünsi-
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lige Hände?
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d’ Engeli, wer sust? Sie wandle zwische de
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Fuhren
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uf und ab, vo Halm zu Halm, und schaffe
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gar sölli.
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Jez hangt Bluest an Bluest am zarte schwan-
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kigen Aehri,
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und mi Haber stoht, as wie ne Brüütli im
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Chilch-Stuhl.
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Jez sin zarti Chörnli drinn, und wachsen
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im Stille,
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und mi Haber merkt afange, was es will
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werde.
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D’ Chäferli und d’ Fliege sie chömme z’Stu-
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bete zu’nem,
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luege, was er macht, und singen:
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Popeye!
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Jo, und ’s Schi’-Würmli chunnt, Potz tau-
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sig mittem Laternli,
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z’nacht um nüni z’Liecht, wenn d’ Fliegen
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und d’ Chäferli schlofe.
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Esset Chinder, seg’n es Gott, und wach-
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set und trüeihet!
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Sieder het me gheuet, und Chriesi gunne
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no Pfingste;
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fieder het me Pflümli gunne hinterem Garte;
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sieder hen sie Rocke gschnitte, Weizen und
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Gerste,
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und die arme Chinder hen barfis zwische de
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Stupfle
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gfalleni Aehri glesen, und ’s Müüsli hetene
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ghulfe.
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Druf het au der Haber bleicht. Voll meh-
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ligi Chörner
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het er gschwankt und gseit: „Jez ischs mer
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afange verleidet,
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„und i merk, mi Zit isch us, was thueni
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ellei do
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„zwische de Stupfel-Rüben, und zwische de
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Grumbire-Stude?“
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Druf ischs Vreni usen und ’s Efersinli und
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’s Plunni,
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’s het sie scho an d’ Finger gfrore z’mor-
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gen und z’ obe;
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endli isch er cho, und in der staubige Schüre
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hei sie’n dröscht vo früeih um zwey bis z’o-
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ben um Vieri.
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Druf isch’s Müllers Esel cho, und hetten
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in d’ Mühli
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gholt, und wieder brocht, in chleini Chörn-
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li vermahle,
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und mit feister Milch vom iunge fleckige
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Chüeihli
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hetten ’s Müetterli g’chocht im Tüpfi — Gel-
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tet, ’s isch gut gsi?
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Wüschet d’ Löffel ab, und bett eis:
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ket dem Heren —
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und iez göhnt in d’ Schul, dört hangt der
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Oser am Simse!
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Fall mer keis, gent achtig, und lehret, was
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menich ufgit!
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Wenn der wieder chömmet, se chömmetder
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Zibbertli über.

([Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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