Der Käfer

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Johann Peter Hebel: Der Käfer (1803)

1
Der Chäfer fliegt der Jilge zu,
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es sizt e schönen Engel dört;
3
er wirthet gwis mit Blumesaft,
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und ’s chostet nit viel, hani ghört.

5
Der Engel seit: „Was wär der lieb?“
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„ne Schöpli Alte hätti gern!“
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Der Engel seit: „Sel cha nit sy,
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sie hen en alle trunke fern.“ —

9
„se schenk e Schöpli Neuen i!“ —
10
„do hesch eis!“ het der Engel gseit.
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Der Chäfer trinkt, und ’s schmekt em wohl;
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er frogt: „Was isch mi Schuldigkeit?“

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Der Engel seit: „He, ’s chostet nüt!
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„doch richtsch mer gern e Gfallen us,
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„weisch was, se nimm das Blumemehl,
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„und tragmers gschwind ins Nochbers Hus!“

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„er het zwor selber, was er brucht,
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„doch freuts en, und er schickt mer au,
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„mengmol e Hämpfeli Blumemehl,
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„mengmol e Tröpfli Morgethau.“

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Der Chäfer seit: „Jo frili, io!“
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„vergelts Gott, wenn de z’friede bisch!“
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Druf treit er ’s Mehl ins Nochbers Hus,
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wo wieder so en Engel isch.

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Er seit: „J chumm vom Nochber her,
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„gott grüeß di, und er schick der do
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au Blumemehl!“ Der Engel seit:
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„de hättsch nit chönne iuster cho.“

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Er ladet ab; der Engel schenkt
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e Schöpli gute Neuen i.
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Er seit: „Chumm trink eis, wenn de magsch!“
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Der Chäfer seit: „Sel cha scho sy!“

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Druf fliegt er zu si’m Schätzli heim,
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’s wohnt in der nöchste Haselhurst.
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Es balgt und seit: „Wo blibsch so lang?“
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Er seit: „Was chani für mi Durst?“

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Jez stoht er uf, er nimmts in Arm,
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er chüßts, und isch bym Schätzli froh.
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Druf leit er si ins Todtebett,
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und seit zum Schätzli: „Chumm bal no!“

41
Gell Sepli, ’s dunkt di ordeli!
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De hesch au so ne lustig Bluet.
43
Je so ne Lebe, liebe Fründ,
44
es isch wohl für e

([Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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