Der Carfunkel

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Johann Peter Hebel: Der Carfunkel (1803)

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Wo der Aetti Tuback schnätzlet, se lue-
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get en d’Marei
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fründli und bittwis a: „Verzelis näumis
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o Aetti,
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„weisch so wieder, wie necht, wo ’s Chün-
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gi het welle vertschlofe!“
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Drüber rucke ’s Chüngi, unds Anne Bäbi
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und d’Marei
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mit de Chunklen ans Licht, und spanne d’
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Saiten, und striche
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mittem Schwärtli ’s Rad, und zupfen en-
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ander am Ermel.
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Und der Joppi nimmt e Hampfle Liecht-
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spöhn, und sezt si
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nebene Liechtstock hi, und seit: „Für das
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willi sorge.“
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Aber der Hans Jerg lit e lange Weg übe-
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ren Ofe,
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lueget aben und denkt: „Do obe höri’s am
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beste,
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„und bi niemes im Weg.“ Druf, wo der
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Aetti si Tuback
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gschnitte het, und ’s Pfifli gfüllt, se chunnt
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er an Liechtspoh,
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und hebt ’s Pfifli unter, und trinkt in gie-
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rige Züge,
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bis es brennt; druf drukt er ’s Füür mit
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de Fingeren abe,
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und macht ’s Deckeli zu. „Se willi denn
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näumis verzehle,“
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seit er, und sizt nieder, „doch müender or-
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deli still sy,
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„aß i nit verstuun, ebs us isch, und du
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dört obe,
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„pack di vom Ofen abe! Hesch wieder nie-
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ne ke Platz g’wüßt?
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„ischs der z’wohl, und g’lustt’s di wieder
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„no nem Carfunkel?
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„numme ken, wie selle gsi isch, woni im
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Sinn ha:„
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„’s isch e Plätzli näume, ’s goht weder
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Ege no Pflug druf,
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Hurst an Hurst scho hundert Johr und gif-
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tigi Chrüter,
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’s singt kei Trostle drinn, ke Summervö-
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geli bsuecht sie,
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breiti Dosche hüete dört e zeichnete Chörper.
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’s wär ke ungschickt Bürschli gsi, sel seit me,
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doch het er
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zitli ’s Wirthshus g’liebt, und über Bibel
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und Gsangbuch
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sin em d’Charte gsi am Samstig z’Nacht
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und am Sunntig.
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Flueche het er chönne, ne Hex im rueßige Chemi
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hätt si bsegnet und bettet, und d’Sternen
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am Himmel hen zittert.
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’s het e mol im grüene Rock e borstige Jäger
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zug’luegt, wie sie spiele. Mit unerhörte Flüeche
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het der Michel Stich um Stich und Büeßli
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verlohre.
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„du vertlaufsch mer nit!“ seit für si sel-
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ber der Grünrock;
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d’ Wirthene hets ghört, und denkt; „Was
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gilts, ’s isch e Werber!“
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’s isch ke Werber gsi, der werdets besser erfahre,
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wenn der Michel g’wibet het, und ’s Güetli
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verlumpet.
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Was het ’s Stroßwirths Tochter denkt?
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Sie het em us Liebi
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Hand und Jowort ge, doch nit us Liebi
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zum Michel,
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nei zu Vater und Mutter, es isch ihr Wil-
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len und Wunsch gsi.
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Sellen Oben ischs in schwere Gidanke vert-
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schlofe,
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selli Mittnacht hets e schwere bidütseme
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Traum gha.
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’s isch em gsi, es chömm vo Staufe füren
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an d’ Landstroß;
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an der Landsiroß goht e Chapeziner und betet.
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„schenket mer e He
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der so gut sy!
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„bini nit Bruut? ’s cha sy ’s het güti
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Bidütig.“
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Landsem schüttlet si Chopf der Pater, und
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unter der Chutte
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lengt er e Hampfle Helge. „Do zieh der
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selber ein use!“
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Seits, und wo nes zieht, se lengt’s in
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schmutzigi Charte.
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„hesch echt ’s Eckstei-Aß? ’s bidütet e ro-
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the Carfunkel;
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„’s isch ke gute Schick!“ — „Jo weger,“
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seit es, „das hani!“
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Wieder seit der Pater: „Weisch was, o
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Brüütli, zieh’ anderst!
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„hesch echt Siebe Chrütz?“ — „Jo weger!“
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seit es und süfzget. —
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„tröst di Gott, zieh anderst, ’s cha sy die
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dritti isch besser!
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„hesch e blutig Herz? „Jo weger!“ seits
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und lot’s falle. —
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„jez zieh no ne mol, ’s cha sy, di Heili-
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ge chunnt no!“
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„ischs der Schuflebueb?“ — J weiß nit,
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bschauet en selber!“ —
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„jo de hesch en! Tröst di Gott! Er schuf-
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let di abe.“
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So het’s im Kätterli traumt, und so hets
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selle mol gschlofe.
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Stroßwirths Tochter, was hesch denkt, und
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hesch mer en doch g’no?
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Jo, es het io müeßen und gseit: „Ins Here
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Gotts Name!
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„no de siebe Chrützen und hinterem blutige
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Herze
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„chunnt mi Heilige, wills der Her, und
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schuflet mi abe.“
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Z’erst hätt’s möge go. Wohl mengmol het
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zwor der Michel
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wieder gspielt und trunken, und gflucht, und
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’s Kätterli ploget.
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Mengmol isch er in si gange, wenn ’s en
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mit Thräne
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bittet het, und bette. Ne mol se seit er:
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„jez willi
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„mit dee akkordieren, und d’Charte willi
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verflueche:
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„soll mi der T..... hole, so bald i eini
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me arühr!
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„aber ins Wirthshus gangi, und ’s Wirths-
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hus chani nit mide.
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„grums und hül, so lang de witt, ich cha
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der nit helfe!“
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Het er ’s Erst nit ghalte, sen isch er im
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Andere treu gsi.
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Woner ins Wirthshus chunnt, se sitzt mi
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borstige Grünrock
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Hinterem Tisch, selb dritt, und müschlet d’
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Charten, und rüeft em:
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„bisch e Cammerad, se chumm, se wem-
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mer eis mache!“
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„ich nit,“ seit der Michel, „Bas Mar-
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greth leng mer e Schöpli!“
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„du nit?“ seit der Grün, „Chumm num-
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me, biß de di Schoppe
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„trunke hesch, und ’s goht um nüt, ’s isch
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ebe für Churzwiil!“
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„he,“ denkt bynem selber der Michel,
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„wenn es um nüt goht,
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„sel isch io nit g’spielt,“ und sezt si richtig
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zum Grünrock.
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’s chunnt e Chnab ans Fenster mit lockiger
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Stirnen, und rüeft em:
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„meister Michel, uffe Wort! Der Stroße-
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wirth schikt mi.“
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„schik en wieder,“ seit er, „i weiß scho,
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was er würd welle.
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„wer spielt us? und was isch Trumpf?
160
und gstoche das Eckstei!“
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Druf und druf! Z’lezt seit der Grünrock:
162
„los, de spielsch glückli!
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„wemmer umme Chrützer mache?“ — „Sel
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isch iez eithue,“
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denkt der Michel, „Gspielt isch gspielt, und
166
Mintwege!“ seit er.
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„chömmet“ rüeft der Chnab, und pöpper-
168
let wieder am Fenster,
169
„nummen uf en einzige Wörtli!“ — „Loß
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mi ung’heit iez!
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„chrütz im Baum , und Schufle no! Und
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no ne mol Schufle!“
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Und so gohts vom Chrützer bis endli uffe
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Dublone.
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Wo sie ufstöhn, seit der Grünrock: „Mi-
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chel, i cha di
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„iez nit zahle! Nimm mi Rlng, ’s cha sy
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er isch mehr werth!“
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’s dritmol chlopfts am Fenster: „O Michel
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chömmet, wil’s Zit isch!“
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„loß en schwetze, seit der Grünrock, wenn
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er nit goh will!
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„nimm du do mi Fingerring, und wenn
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de ke Chrützer
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„geld deheim, und niene hesch, es cha der
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nit fehle.
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„wenn der Ring am Finger steckt, und
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wenn de in Sack lengsch
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„alli Tag emol, se hesch e bairische Tha-
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ler.
191
„nummen an kem Fyrtig, sel wotti der
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selber nit rothe.
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„chasch mi witers bruche, se rüef mer num-
194
men! J hör di.
195
„heißi nit Vizli Buzli, und hani d’ Ohre
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nit bymer?
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Sieder briegget d’ Frau deheim im einse-
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me Stübli,
199
und list in der Bibel und im verrißene
200
Bettbuch,
201
und der Michel chunnt und schändet: „Findi
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di wieder
203
„an dim ewige Betten und dunderschießige
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Hüle?
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„lueg do, was i gunne ha, ne rothe Char-
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funkel!“
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’s Kätterli verschrickt: „O Jesis,“ seit es,
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„was siehni!
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„’s isch ke guete Schick!“ — und sinkt der-
210
nieder in Ohmacht.
211
Wärsch doch nümme verwacht, wie men-
212
ge bittere Chummer
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hättsch verschlofen, armi Frau, wo diner
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no wartet!
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Jez wirds tägli schlimmer. Uf alle Merte
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flankiert er,
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goht uf iedi Chülbi, und wo me ne Wirths-
218
hus bitrittet,
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z’ nacht um Zwölfi, Vormittag und z’ oben
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um Vieri,
221
sizt der Michel do, und müschlet trüglichi
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Charte.
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’s Chind verwildert, ’s Güetli schwindet,
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Acker um Acker
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chunnt an Stab und d’ Frau vergoht in bit-
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tere Thräne.
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Goht er öbbe heim, gits schnödi Reden und
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Antwort.
229
„chunnsch du Lump?“ Und so und so —
230
Mit trunkene Lippe
231
fluecht der Michel, schlacht si Frau. Jez
232
muß er zum Pfarrer,
233
iez vor Oberamt, und mittem Haschierer
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im Thurn zu.
235
Goht er schlimm, se chunnt er ärger, wen-
236
nem der Vizli
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Buzli wieder d’ Ohre striicht, und Gallen
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ins Blut mischt.
239
So währts siebe Johr. Emol se bringt
240
en der Buzli
241
wieder usem Thurn, und „Allo göhn mer
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ins Wirthshus,
243
„eb de heim chunnsch mit de Streiche, wo
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sie der ge hen!
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„was der d’Frau zum Willkumm präglet,
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wird di nit brenne.
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„los, de duursch mi, wenn i dra denk, ’s
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möcht ein versprenge,
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„wie’s der goht, und wie der d’ Frau di
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Lebe verbittert —
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„so ne Ma, wie du, wo ’s Tags si Tha-
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ler verthue cha!
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„glückli bisch im Spiele; doch no nem lei-
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dige Sprüchwort,
255
„mittem Wibe hesch’s nit troffe, chani der
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sage.
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„wärsch ellei, wie hättsch’s so gut, und
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lebtisch so rüeihig!
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„’s pin’get di, i sieh ders a, und d’ Odere
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schwelle.
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„trink e Schlückli Brentewi, er chüeltder
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di Jast ab!“
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Aber d’ Frau deheim, mit
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sizt sie uffem Bank, und luegt dur Thränen
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am Himmel:
266
267
schluchzget sie endli,
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„’s wird mer redli wohr, und Gott im
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Himmel wells ende!“
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Seits und nimmt e Buch und betet Todes-
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gidanke.
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Drüber schnellt der Michel d’Thür uf, und
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fürchterli schnauzt er:
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„hülsch au wieder, du heschs nöthig, fal-
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schi Canali!
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„sur-Chrut choch mer!“ ’s Kätterli seit: „’s
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isch niene ke Füür meh.“
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„sur-Chrut willi! Lueg i dreih der ’s Mes-
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ser im Lib um.“ —
280
„lieber hüt, as morn! De bringsch mi un-
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tere Bode
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„ei Weg wie der ander, und ’s Büebli hesch
283
mer scho g’mordet.“ —
284
„di soll der Dunder unds Wetter in Erds-
285
Boden abe verschlage!“
286
seit’s und zukt, und sinnlos trümmlet ’s
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Kätterli nieder:
288
„o
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lisli im Falle,
290
291
mi, schufle mi abe!“
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Jez der Michel furt, vom schnelle Schre-
293
ken ergriffe,
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lauft ins Feld, der Bode schwankt, und ’s
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raßlet im Nußbaum.
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„vizli Buzli roth mer du!“ So rüeft er.
297
Der Buzli
298
hinterem Nußbaum stoht er, und chunnt, und
299
frogt
300
„d’ Käth’ri hani verstoche, jez roth mer,
301
was i soll mache!“ —
302
„isch das alles?“ seit der Buzli. „We-
303
ger de chasch ein
304
„doch verschrecken, aß me meint, was Wun-
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der passiert seig!
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„närsch, iez chasch im Land nit bleibe, ’s
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möcht e Verdruß ge.
308
„isch nit dört der Rhi? Und chumm, i
309
will di bigleite,
310
„’s stoht e Schif am Gstad!“ — Jez stige
311
sie ehnen im Sunggäu
312
frisch ans Land, und quer dur’s Feld. Im
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einseme Wirthshus
314
brennt e Liecht. „Mer wen doch luege, wer
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no do inn isch,“
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seit der Grün, „wer weiß de chasch der d’
317
Grille vertribe!“
318
Aber im Wirthshus sitze no spoti nächt-
319
ligi Gselle,
320
und ’s goht vornen a mit Banketieren und
321
Spiele.
322
„chrütz isch Trumpf! Und no ne mol! Und
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chönnetder die do?
324
„gstoche die! und no ne Trumpf! Und —
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gstoche das Herzli!“
326
’s warnet scho uf Zwölfi. O will mit lo-
327
kiger Stirne
328
iez ke Chnab erschine? Nei weger! Mi-
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chel, es endet!
330
O, wie spielsch so sölli ungschickt?
331
che das Herzli,
332
lengt em tief in d’ Seel, und alli mol, wenn
333
er e Stich macht,
334
wiederholts der Buzli, und wirft im Mi-
335
chel e Blick zu.
336
’s schlacht scho Zwölfi us. Mit alliwil
337
schlechtere Charte
338
spielt er allwil schlechter, und zahlt afange
339
mit Chride.
340
’s schlacht e Viertel uf Eis. Jez lengt er
341
mit g’ringletem Finger
342
frisch in Sack: „Wer wechslet no ne bai-
343
rische Thaler?“
344
Schlechti Münz, Her Michel! er lengt in
345
glasige Scherbe,
346
thut e Schrei, und luegt mit Gruus und
347
Schrecke der Grün a.
348
Aber der Buzli leert si Brenntewi-Gläsli
349
und schmazget:
350
„michel, chumm iez furt, der Wirth würd
351
wellen ins Bett goh!
352
„’s chömme hüt viel Gäst, sie hen e lusti-
353
ge Fyrtig.
354
„isch nit
355
zigst Augusti?
356
„dreih am Ring, so lang de witt, de
357
bringsch en nit abe!“
358
O, wie het der Michel g’lost — e
359
ge Fyrtig;
360
O wie het er d’Füeß am Tischbei unte ver-
361
chlammert!
362
’s hilft nit lang, und thut nit gut. Mit
363
ängstlichem Bebe
364
stoht er uf, und seit ke Wort, und goht
365
mittem Buzli,
366
vornen a der Grün, und an de Ferse der
367
Michel,
368
wie ne Chalb im Metzger folgt zur bluetige
369
Schlachtbank.
370
Oebbe ne Büchseschuß vom Wirthshus stellt
371
en der Buzli.
372
„michel, seit er, lueg es stoht kei Sternli
373
am Himmel!
374
„lueg, der Himmel hangt voll Wetter über
375
und über!
376
„’s goht kei Luft, es schwankt kei Nast, es
377
rührt si ke Läubli,
378
„und du bischmer au
379
doch nit bette!
380
„machsch der öbbe d’Uerthe? Gell ’s Leben
381
isch der verleidet?
382
„wie de meinsch! Di Wahl isch schlecht, i
383
muß ders bikenne.
384
„se do hesch e Messer, i ha’s am Blotze-
385
mer Mert g’chauft!
386
„hau der d’ Gurgle selber ab, se chost’s
387
di ke Trinkgeld!“

([Hebel, Johann Peter]: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Johann Peter Hebel
(17601826)

* 10.05.1760 in Geburtshaus Johann Peter Hebel, † 22.09.1826 in Schwetzingen

männlich, geb. Hebel

deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Pädagoge

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