An Emilie

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Theodor Fontane: An Emilie (1851)

1
Da draußen schneit es: Schneegeflimmer
2
Wies heute mir den Weg zu Dir;
3
Eintret’ ich in Dein traulich Zimmer,
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Und warm an’s Herze fliegst Du mir —
5
Abschüttl’ ich jetzt die Winterflocken,
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Abschüttl’ ich hinterdrein die Welt, —
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Nur leise noch von Schlittenglocken
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Ein ferner Klang herübergellt.

9
Nun ist es still; nun laß uns kosen:
10
Du legst Dein Haupt auf meinen Schooß,
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Ich aber knüpf’ in leichtem, losen
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Getändel Dir die Flechten los.
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Du zürnst; warum? Du glaubst zu müssen,
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Und schwörst: „nie wieder einen Kuß!“
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Da weiß ich, daß ich rasch mit Küssen
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Die krause Stirn Dir glätten muß.

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„nun aber komm, nun laß uns plaudern
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Vom eignen Herd, von Hof und Haus!“
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Da baust Du lachend, ohne Zaudern,
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Bis unter’s Dach die Zukunft aus;
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Du hängst an meines Zimmers Wände
22
All meine Lieblingsschilderein, —
23
Ich seh’s und streck danach die Hände,
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Als müss’ es wahr und wirklich sein.

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So flieht des Abends schöne Stunde,
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Vom fernen Thurm tönt’s Mitternacht,
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Die Mutter schläft, in stiller Runde
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Nur noch die Wanduhr pickt und wacht.
29
„ade, mein Lieb!“ von warmen Lippen
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Ein Kuß noch, — dann in Nacht hinein:
31
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Klippen,
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Nur Steurer muß die Liebe sein.“

(Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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