Einigkeit . 1842. (Bei Gelegenheit des Hamburger Brandes.)

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Theodor Fontane: Einigkeit . 1842. (Bei Gelegenheit des Hamburger Brandes.) (1851)

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Kein Jubel mehr! die Freude sei bemeistert
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Ob deutschen Sinn’s und deutscher Einigkeit;
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Es gilt nicht viel, wenn sich ein Volk begeistert
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In unsrer krankhaft-überreizten Zeit.
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Was Ihr gesehn — des Mitleids frommes Walten
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Erlöst noch lang vom alten Fluch uns nicht,
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Und unsre Heimath ist und bleibt zerspalten,
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Bevor uns nicht ein

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Begeistrung! ja, bei Gott, auf allen Gassen
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Und aller Orten macht sie jetzt sich breit,
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Und wessen Herz sich will begeistern lassen,
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Der eile sich — jetzt ist die rechte Zeit,
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Es ist die Zeit, wo sich die deutsche Jugend,
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Unwürdig, vor den Künstlerwagen spannt;
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Sie stempelt auch die Mode ’mal zur Tugend,
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Und schwärmt für Einigkeit im Vaterland.

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Ach, Einigkeit! die Liebe kann sich regen
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In einem Herzen, das der Haß verzehrt,
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Es schlägt dem Feinde zornentbrannt entgegen,
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Und hält ihn dennoch seines Mitleids werth.
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Wer hat von Euch die namenlosen Schmerzen
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Zerschossner Feinde frohen Muth’s erblickt?
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So hassenswerth lebt nie der Haß im Herzen,
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Daß er des Mitleids Stimme selbst erstickt.

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Nein, soll die Zukunft uns
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Da gilt es mehr als eine milde Hand,
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Da gilt’s ein muthig Ringen und Bezwingen,
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Ein Frühlingswehn durch’s ganze deutsche Land.
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Wenn überall der
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Und kein bedrücktes Volk um Rettung schreit,
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Dann will auch ich die Zweifel froh vertauschen,
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Und gläubig baun auf Deutschlands Einigkeit.

(Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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