2.

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Theodor Fontane: 2. (1851)

1
Und über’s Dorf ging Jahr um Jahr,
2
Aufschoß manch schlanke Tanne,
3
Sie aber, die „Schön-Anne“ war,
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Heißt lang nun „Mutter Anne“;
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Jetzt, wenn im Krug brav Tänzer sind,
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Geht schon der schönen Anne
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Im Sonntagsschmuck zu Tanze.

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Was weint die Mutter Anne so,
9
Und stützt den Kopf in Sorgen?
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Schlägt ihr das Mutterherz nicht froh
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An jedem neuen Morgen?
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Die Tochter kommt vom Tanz nach Haus,
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Die Mutter spricht: „bliebst lange aus,
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Kind, halte Dich in Ehren!“

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Die Tochter zieht ein schnippsch Gesicht,
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Und spricht: „laß mich nur machen!
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Ich dächt, ich hielt’ auf Ehr und Pflicht,
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Und — kann mich selbst bewachen;
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Und wenn ich leicht und locker wär’,
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Es käm wohl nicht von ungefähr,
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Hat alles seine Gründe.

22
„du sagst mir oft, mein Vater sei
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Vor Jahren schon gestorben,
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Doch hat mir manche Neckerei
25
Den Glauben dran verdorben;
26
Wohl schuld ich dieses Leben Dir,
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Doch, weiß es Gott, oft wünsch ich mir,
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Ich wäre nicht geboren.“

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Sie spricht’s, ihr schwarzes Auge glüht,
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Die Thür ist zugeflogen,
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Und um die letzte Hoffnung sieht
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Arm-Anne sich betrogen;
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Sie seufzt: „das also ist der Lohn,
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Um den ich allen Spott und Hohn
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Mein Lebelang getragen!“

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Dann aber betet sie bewegt:
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„gott, es ist mein Verschulden!
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Was uns Dein Wille auferlegt
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Geziemet uns zu dulden; —
40
Entsagen kann die wahre Lieb',
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Es war die
42
Und bitter muß ich’s büßen.“

(Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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