Treu-Lischen

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Theodor Fontane: Treu-Lischen (1851)

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„mein Lischen, stell das Weinen ein,
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Auf Regen folgt ja Sonnenschein,
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Ich kehr’ mit Schwalb’ und Flieder
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Und wohl noch früher wieder.“

5
Der Bursche sprach’s. Vom Giebeldach
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Sah ihm Treu-Lischen lange nach,
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Bis Hoffnung wiederkehrte
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Und ihren Thränen wehrte.

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Die Aeuglein wurden wieder klar,
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Das Herze jeden Kummers bar, —
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Sie wußte, mit dem Flieder
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Kam ihr der Liebste wieder.

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Der Frühling kam mit Duft und Klang,
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Treu-Lischen harrte mondenlang,
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Herbstwind durchfuhr den Garten, —
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Vergeblich war ihr Warten.

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Wohl kam der Frühling viele Mal,
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Ihr Liebster nimmermehr in’s Thal,
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Doch Lenz um Lenz auf’s Neue,
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Rief sie: „nun kommt der Treue!“

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Es konnt ihr Herz, das Jahr um Jahr
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Dem Liebsten treu geblieben war,
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Es konnt’s ihr Herz nicht fassen,
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Er habe sie verlassen.

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Grau ward ihr Haar, welk ihr Gesicht,
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Das Alter kam, sie wußt’ es nicht,
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Ihr Hoffen und ihr Lieben,
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Ihr Herz war jung geblieben.

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Und als der Tod sie heimgeführt,
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Hat ihn das treue Herz gerührt,
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Und mit des Liebsten Mienen
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Ist er vor ihr erschienen.

(Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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