Die arme Else

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Theodor Fontane: Die arme Else (1851)

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Die Mutter spricht: „lieb Else mein,
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Du mußt nicht lange wählen;
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Man lebt sich in einander ein,
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Auch ohne Liebesquälen;
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Manch’ Eine nahm schon ihren Mann,
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Daß sie nicht sitzen bliebe,
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Und dünkte sich im Himmel dann,
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Und alles ohne Liebe.“

9
Jung-Else hört’s und schloß das Band,
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Das ewge am Altare,
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Es nahm, zur Nacht, des Gatten Hand
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Den Kranz aus ihrem Haare;
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Ihr war zu Sinn, als ob der Tod
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Sie auf die Schlachtbank triebe, —
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Sie gab ihr Alles nach — Gebot,
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Und alles ohne Liebe.

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Der Mann ist schlecht, er liebt das Spiel,
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Und guten Trunk nicht minder,
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Sein Weib zu Hause weint zu viel,
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Und ewig schrein die Kinder;
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Spät kommt er heim, er kost, er — schlägt,
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Nachgiebig
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Sie trägt’s, wie nur die Liebe trägt,
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Und alles ohne Liebe.

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Sie wünscht’ sich oft: „es wär’ vorbei“,
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Wenn nicht die Kinder wären;
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So aber sucht sie, stets auf’s Neu,
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Den Gatten zu bekehren;
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Sie schmeichelt ihm, und ob er dann
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Auch kalt bei Seit’ sie schiebe,
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Sie nennt ihn: ihren
32
Und alles ohne Liebe.

(Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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