Unser Friede

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Theodor Fontane: Unser Friede (1851)

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Ein Sommertag, wo man zu tiefer
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Siesta sich verpflichtet hält,
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Wo Mücken nur und Ungeziefer
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So recht lebendig in der Welt,
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Wo giftger Pesthauch auf zum Himmel
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Aus stehenden Gewässern steigt,
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In deren Schlamm sich das Gewimmel
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Vielbeinigen Gewürmes zeigt:

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Das ist der Friede, der uns schlimmer
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Als je ein Krieg zu werden droht,
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Als je ein Krieg, der uns noch immer
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Ein offen Feld für Thaten bot;
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Genüssler hegt jetzt unsre Jugend,
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Und Stockgelehrte allenfalls,
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Doch jeder Kraft und Männertugend
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Brach dieser Friede schon den Hals. —

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Doch wird die Sonn’ erst unerträglich,
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Und dörrt den Wald, und sengt die Flur,
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Da hilft sich, auf gut-sommertäglich,
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Mit einem Schlage die Natur:
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Die Donnerwolke blitzt und wettert,
22
Und nimmt der Luft den giftgen Hauch,
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Und wird auch mancher Baum zerschmettert,
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In faule Sümpfe schlägt es auch.

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Welch Friede
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Die Sonn’ im Westen untergeht,
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Und dunkle Purpurrosen malend,
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Der Himmel wie in Flammen steht!
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Wir baden uns im Hauch der Frische,
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Wie neugeboren ist das All,
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Und in des Baumes Blätternische
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Schlägt lieblicher die Nachtigall.

(Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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