Aus einem ähnlichen Lied im Ton der Schlacht von Pavia

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Clemens Brentano: Aus einem ähnlichen Lied im Ton der Schlacht von Pavia (1808)

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Frankfurt, die hochgelobte Stadt!
2
Sag mir, wie sie's verdienet hat,
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Um Fürsten und groß Herren,
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Sechs Fürsten kamen auf eine Zeit,
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Die wollten sie umkehren.

6
Kaiser Karl, der hielt die Stadt in Hut,
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Versammelt da ein Haufen gut,
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Von Reutern und Landsknechten,
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Die waren stets ganz wohlgemuth
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Mit ihm ums Blut zu fechten.

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Konrad von Hanstein, dem edlen Held,
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Dem war die Stadt anheim gestellt
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Zu frommen treuen Händen,
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Der hielt sich wohl; drum alle Welt
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Ihn preißt in allen Landen.

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Die Fürsten schossen Tag und Nacht,
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Bewiesen ihre große Macht,
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Und ließen sich nichts dauren,
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Die Tauben in ihren Häuslein klein
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Die mußten darum trauren.

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Zu Nürnberg in der werthen Stadt
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Ein Ocklesmann sein Wohnung hat,
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Kann gut Pilullen machen,
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Die hört man hie stets früh und spat
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Mit großer Macht herkrachen.

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Der Unfall fahr ihm in die Händ,
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Und schlag den Kopf ihm um die Wänd,
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Mit seiner großen Taschen!
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Ich mein, der Marggraf sey ein Mann,
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Der könn ihm daraus naschen.

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Aber Markgraf, wie gefiel es dir?
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Willst du nicht kommen wieder schier?
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Den Wein wollen wir dir schenken,
34
Den Mecklenburg bring auch mit dir,
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So springen wir übrr die Bänke.

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Ein'n
37
Ein
38
Ein
39
Ein Lanzknecht der ist wohlgemuth,
40
Der wollt gern mit dir tanzen.

41
Es ist auch neulich kommen her,
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Ein Thier, das heißt der leidig
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Den führt
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Der
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Die werden dich wohl zwicken,

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Sie haben sich all wohlbedacht,
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Ein Sack mit Ingwer mit sich bracht,
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Viel Lorbern und Muskaten,
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Wann dir darnach der Bauch thut weh,
50
Sie können ihrer wohl entrathen.

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Ich wollt, daß nie dem wohl erging,
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Der Unlust und groß Krieg anfing,
53
Zu verderben Städt und Lande,
54
O Gott, wer rächt der Armen Blut?
55
Es steht in deinen Handen.

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Man spricht: Arm Leut drückt jedermann,
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Das wir dann jetzt vor Augen han,
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Kein Freund will sie erretten,
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Man schickt eh Pulver und grob Geschütz,
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Daß man sie mög zertreten.

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Gott aber sieht mit Macht darein,
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Und wehrt des Teufels falschen Schein,
63
Und seinen bösen Tücken,
64
Er wird ohn Zweifel den Kaiser gut
65
Nicht lassen unterdrücken.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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