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Vor eime königlichen Pallast,
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Nach meisterlichen Sinnen,
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Der war von Marmorquader;
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Zu oberst von der Burg her glast
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Von Gold ein Sonnenuhr,
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Gülden waren die Zinnen.
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Die Pforte war Albater.
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Ich trat auf die Schlagbrücke,
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Von minniglichen Bilden
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In diesem Pallast schön;
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Und blickte heimlich hinein,
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Die klaren Aeuglein spielten,
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Nach den Trometen (Flöten)
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Ring, Ketten, goldne Borten.
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Heidnisch war der Frauen Geberd,
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Darauf jede mit Rosenkränz;
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Der Männer fürstliches Gewand,
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Von Sammet, Seiden und Taffant,
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Damast und gulden Stücken
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Von Perlen glänzen, Kränzen
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Dacht, mögt ich bei der Schaare sein!
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Ich wolt mich mischen unter sunder
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Das war mir frei gelücken.
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Mit Teppich war der Saal geziert,
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Mitten stund im Pallast
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Ein kaiserlich Kredenze
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So überköstlich Speise,
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Nach Art höfelicher Weise.
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Als ein End hätt' das Mahle,
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Ein Sommer Reihen sprungen,
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Die konkerdiret lustiglich
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Gleich engelischen Zungen.
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Von Rittern und von Knechten,
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Mit Laufen, Springen, Ringen,
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Sie auch ein Mummereye.
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Verputzet, daß man sie nit kennt,
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Zumal ein wohl gezierter Hauf,
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Die hätten ein Maruscatanz,
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Ihr zween sah ich gerüstet ganz,
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Die könnten stechen, brechen
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In einen Winkel schmiegt ich mich,
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Mein Herz vor Freuden kittert, zittert,
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Von Wonn in diesem Saale.
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Und schlich grausam hinein den Saal,
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Bald starbe, wen er trafe,
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Und aus dem Saal sich machet,
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Da ward manch rothes Mündlein fahl,
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Groß ward der Todten Hauf,
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Also daücht mich im Schlafe,
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Indem ich aufgewachet,
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Und daücht mir heimlich eben;
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Die Wollust dieser Welte.
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Der Pracht, Gewalt und Ruhm
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Durch Regen sanft und kühlen Thau,
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Aufwächset in dem Felde,
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Geschwind über sie thut blasen,
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Bald sie verschmoret, dorret
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Freud, Lieb und Gunst,
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Gepräng, Geschmuck und Würde,
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Auf dieser Erde aller Stand
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Steht es in Glück und blühet heut,
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So schwindet es doch Morgen ab,
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Und sinket endlich in das Grab,
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Was Fleisch und Blut konnt geben,
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Das muß verderben, sterben
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Auf das Vergänglich hier nit bau,
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Das als ein Traume, Schaume
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Fleuch, zeuch zum ewgen Leben.