Conradin von Schwaben

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Clemens Brentano: Conradin von Schwaben (1808)

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Als Conradin zu Jahren kam,
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Ein schnelle Sach sich bald vernahm,
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Er wollt sich männlich halten,
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Alle Erbländer nehmen ein,
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Die von den Aeltern eigen sein,
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Die wollt er frey verwalten.
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Daß er sie frey und eigen hätt
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Um Kriegsvolk thät er schreiben
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Im Königreich, Fürstenthüm und Städt,
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Da soll niemand ausbleiben,
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Sondern ihm treuen Beystand thun,
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Bis er ein Heer zusammenbracht,
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Hat er kein Rast und konnt nicht ruhn.

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Als nun Papst Clemens solches vernahm,
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Der Sache bald zuvor auch kam,
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Thät auch ein Kriegsherr verschreiben.
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Und schrieb dem Grafen Karl gleich,
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Dem Bruder des Königs in Frankenreich,
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Er sollte nicht ausbleiben,
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Sondern Konrad wehren thun,
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Und alle Päß verlegen.
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Graf Karl thäts alsbald nun,
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Er zog ihm straks entgegen,
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Und machte durch Verrätherey,
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Daß er Neapel genommen ein,
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Eh Conradin noch kam herbey.

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Karl der schicket aus gar viel
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Verräther in geheimer Still,
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Sie sollten Sperl einnehmen,
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Denn Karl ließ gar viel darauf gehn,
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In Papstes Namen ists geschehn,
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Den Conradin zu dämmen;
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Der Papst verhieß ihm grosses Gut,
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Wenn er ihn möcht bestreiten,
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Derhalben hielt er gute Hut,
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Er ließ groß Gut erbiethen,
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So die Verrätherey gemacht,
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Die Steg und Weg daselbst er wußt,
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Da rückt er bey in tiefer Nacht.

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Conradin mit seinem Heer
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Auf die Nacht da einkehrt.
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Zu Morgens wollt er rücken
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Ja ins Königreich Neapel ein!
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Ließ ausrufen mit heller Stimm,
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Sein Red wollt er nicht zucken,
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Eh müß ihm drauf gehn Leib und Gut,
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Er wolle es drauf setzen! —
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Die Landsknecht sind nun wohlgemuth:
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Die Reis' soll uns ergötzen!
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Sie konnten sich nicht rüsten mehr,
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Hineinzurücken in das Land,
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Als schon der Feind vorhanden wär.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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