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Es wird am Sankt Mattheus Tag
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Die Sonne treten in die Wag',
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Des sey die Armuth recht beklagt;
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Der Friede wird ihr abgesagt,
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Und auch darzu dem ganzen Land.
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Der alte Feind ist wohl bekannt,
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Er zieht daher von Mitternacht,
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Mit großer Heereskraft und Macht,
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Quartier macht ihm ein wild Gesind,
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Der kalte Regen der rauhe Wind,
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Dann flüchte jeder in die Gruben
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Kartoffeln, Kraut, gelb, weiße Ruben.
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Mit Erd soll man die Reben decken,
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Wenn Frosch und Mücken sich verstecken;
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Wenn Kröt und Natter sich verkrochen
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Dann wird der wilde Feind anpochen.
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Vor ihm wird Storch und Schwalbe fliehen,
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Der tapfre Kranich weiter ziehen,
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Sein Vortrab kömmt mit kalten Reifen,
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Dann soll das Volk zur Rüstung greifen,
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Schnell Fenster und auch Ofen flicken,
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Die Stuben verstreichen und verzwiken,
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Die Thür mit Tuch und Filz beschlagen,
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Die Federbetten herbei auch tragen,
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Das Dach mit Stroh und Ziegel bessern,
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Kein Krebs mehr fangen in Gewässern,
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Kein G'sell und Bub soll bei Ungnaden
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Sich fürder mehr im Flusse baden.
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Den Lustgärtnern wird abgesagt,
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Barfus, Hemdärmel wird verjagt,
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Die Nankinghosen ziehn ab zu Haufen,
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Die leinen Kittel auch entlaufen,
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Die Strohhüt sind betrübt und trauren,
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Und von den Dörfern knarrn die Bauren,
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Auf Karren leis das Holz herzu;
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Die Köhler halten auch kein Ruh,
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Sie bringen große Wagen voll Kohlen.
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Dann zieht der Feind ganz unverholen
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Daher mit kaltschneidender Luft,
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Wald und Heck stehn ganz in Duft,
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Ein Nacht schnell Wonn und Freud zerstört.
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Nun endlich wird das Volk empört,
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Das Vieh flüchten sie in die Ställ,
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Das Volk sich also wapnet schnell
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In Pelz, Rauchmützen und Filzsoken,
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Pelzschu, Handschu recht unerschrocken,
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Auch zieht es mit großem Heer
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Dem Winter zu thun Gegenwehr.
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Zähnklappern, Zittern geht da los,
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Husch Hüsch, ist ein Geschreie groß,
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In weiß Montur kleidt sich der Nachen,
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In blau die Mäuler, in roth die Nasen.
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Der Feind wirft einen großen Schnee,
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Sein Brücken schimmert auf Fluß und See,
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Er stickt die Fisch boshafter weis;
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Da haun wir Löcher in das Eis.
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Der Feind bringt Schollen und Wassergüß,
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Schwellt an mit Eises Fluth die Flüß,
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Thut sich die Schiffahrt gar verbitten,
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Dann rasseln wir einher auf Schlitten,
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Mit Frost wird er das Mühlwerk stellen,
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Aber der Müller wird ihn bald prellen,
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Mit Feuerhacken, und auch Schlegeln,
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Wird er ihn sich vom Leibe flegeln,
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Gießt Wasser heiß ihm auf den Pelz,
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Bis wieder sich sein Rad umwälz.
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Nachdem er ihm den Tag abbrach,
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Daß man kaum acht Stund mehr sah,
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Steckt an das Volk Talglicht und Schleißen,
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Den finstern Winter wegzuschweißen:
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Und das wir all nicht gar erfrieren
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Wirds gehn ans Heizen und Feuerschüren,
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Die Kohlpfann muß recht scharf heran,
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Sich wehre tapfer jedermann.
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Gar leicht manch Pelz, manch Rock verbrennt,
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Manch Mann erfriert sich Fuß und Händ;
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Der Feind wird thun gar großen Zwang,
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Als aber die Schlacht währet lang
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Giebt sich das frostig Heer zur Flucht,
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Jeder ein warme Stube sucht.
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Viel wollen gar in Ofen kriechen,
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Andre draus nach Beut herumriechen,
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Für Beute ist ihnen zugeschworen
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Ein feuchte Nas, zwei rothe Ohren,
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Hat nun der Feind ganz Oberhand
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Und gänzlich unter sich das Land
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Gewaltiglich in aller Gränze,
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Schreibt bald das Volk um Hülf dem Lenze,
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Daß er komm schnell in kurzen Tagen,
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Und helf den Winter weiter jagen.
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Da wird der Lenz bald näher gehn,
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Wird lassen warme Lüftlein wehen,
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Da wird der Winter werden schwach,
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Mit Schnee und Frost auch lassen nach.
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Der Fried kommt aus der Erde geschossen
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Auf Bäumen und auf Büschen sproßen,
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Frech werden schaun die grünen Röslein,
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Mit aufdringenden grünen Gräßlein.
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Noch wird der Winter nicht gar fliehn,
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Wirds Land mit Frost noch überziehn,
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Und böslich nochmals überschreien:
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Dann bringt der Lenz zur Hilf den Mayen,
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Mit seinen linden warmen Lüften,
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Jetzt Wald, Berg, Thal erst recht erklüften,
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Den Winter werdens von sich schütten,
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Die Bäum und Hecken stehn in Blüthen,
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Durch Blümlein werden auf den Wiesen,
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Die Maienregen sich ergiessen,
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Es wird ganz grün in Graß und Laub,
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Da wird der Winter matt und taub
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Nehmen überwunden die Flucht.
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Sein Nachtrab uns noch bös heimsucht,
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Mit Ungewitter und kalten Reifen,
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Wohl gar des Maien Blüth angreifen.
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Dann scheint und schlägt in Siegeswonne,
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Mit blankem Schwerdesstrahl die Sonne,
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Und dann ist gar der Feind verjagt,
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Der Vieh und Leut hätt lang geplagt,
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Doch wird er drohn mit hartem Brummen,
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Er woll aufs Jahr schon wieder kummen.
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Darum so seht euch alle vor,
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Weil offen steht dem Feind das Thor
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Und sammelt alle Nothdurft ein,
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Der Winter dringet schon herein,
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Daß jeder sich des Feinds erwehr
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Geh er zur Ameis in die Lehr,
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Sie sammlet ein und leget hinter,
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Daß sie zu zehren hab im Winter.