Der Winter und Timur

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Johann Wolfgang von Goethe: Der Winter und Timur (1819)

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So umgab sie nun der Winter
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Mit gewalt’gem Grimme. Streuend
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Seinen Eishauch zwischen alle,
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Hetzt er die verschiednen Winde
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Widerwärtig auf sie ein.
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Ueber sie gab er Gewaltkraft
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Seinen frostgespitzten Stürmen,
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Stieg in Timurs Rath hernieder,
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Schrie ihn drohend an und sprach so:
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Leise, langsam, Unglücksel’ger!
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Wandle du Tyrann des Unrechts;
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Sollen länger noch die Herzen
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Sengen, brennen deinen Flammen?
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Bist du der verdammten Geister
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Einer, wohl! ich bin der andre.
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Du bist Greis, ich auch, erstarren
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Machen wir so Land als Menschen.
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Mars! Du bist’s! ich bin Saturnus,
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Uebelthätige Gestirne,
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Im Verein die Schrecklichsten.
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Tödest du die Seele, kältest
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Du den Luftkreis; meine Lüfte
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Sind noch kälter als du seyn kannst.
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Quälen deine wilden Heere
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Gläubige mit tausend Martern;
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Wohl, in meinen Tagen soll sich,
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Geb es Gott! was schlimmres finden.
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Und bey Gott! Dir schenk’ ich nichts
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Hör’ es Gott was ich dir biete!
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Ja bey Gott! von Todeskälte
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Nicht, o Greis, vertheid’gen soll dich
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Breite Kohlenglut vom Heerde,
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Keine Flamme des Decembers.

(Goethe, Johann Wolfgang von: West-östlicher Divan. Stuttgart, 1819.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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