Ewigkeit

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Clemens Brentano: Ewigkeit (1806)

1
O Ewigkeit, o Ewigkeit!
2
Wie lang bist du, o Ewigkeit,
3
Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit,
4
Gleich wie das Heerpferd zu dem Streit,
5
Nach Haus der Bot, das Schiff zum Gestad,
6
Der schnelle Pfeil vom Bogen ab.

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O Ewigkeit, u. s. w.
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Gleich wie an einer Kugel rund,
9
Kein Anfang und kein End ist kund;
10
Also, o Ewigkeit an dir,
11
Noch Ein- noch Ausgang finden wir.

12
O Ewigkeit, u. s. w.
13
Du bist ein Ring unendlich weit,
14
Dein Mittelpunkt heißt Allezeit,
15
Niemahl der weite Umkreiß dein,
16
Weil deiner nie kein End wird seyn.

17
O Ewigkeit, u. s. w.
18
Hinnehmen könnt ein Vöglein klein,
19
All ganzer Welt Sandkörnlein ein:
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Wenns nur eins nähm all tausend Jahr,
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Nach dem wär nichts von ihr fürwahr.

22
O Ewigkeit, u. s. w.
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In dir, wenn nur all tausend Jahr
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Ein Aug vergöß ein kleine Thrän,
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Würd wachsen Wasser solche Meng,
26
Daß Erd und Himmel wär zu eng.

27
O Ewigkeit, u. s. w.
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Den Sand im Meer und Tropfen all,
29
Sind nur ein Bruch der einen Zahl;
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Allein schwitzt über dir umsonst,
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Die tiefste Meß- und Rechenkunst.

32
O Ewigkeit, u. s. w.
33
Hör Mensch: So lange Gott wird seyn,
34
So lang wird seyn der Höllen Pein,
35
So lang wird seyn des Himmels Freud,
36
O lange Freud, o langes Leid!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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