Das römische Glas

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Clemens Brentano: Das römische Glas (1806)

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Stand ich auf einem hohen Berg,
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Sah wohl den tiefen, tiefen Rhein,
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Sah ich ein Schifflein schweben,
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Viel Ritter tranken drein.

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Der jüngste, der darunter war,
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Hob auf sein römisches Glas,
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Thät mir damit zuwinken:
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„feins Lieb, ich bring dir das!“

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„was thust du mir zutrinken,
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„was bietst du mir den Wein,
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„mein Vater will mich ins Kloster thun,
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„soll Gottes Dienerin seyn.“

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Des Nachts wohl um die halbe Nacht,
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Träumt es dem Ritter so schwer,
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Als ob sein herzallerliebster Schatz
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Ins Kloster gangen wär.

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„knecht, sattle mir und dir zwei Roß,
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„mein Haupt ist mir so schwer,
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„ich leerte gar viel mein römisch Glas,
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„das Schiff gieng hin und her:

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„mir träumt', ich hätt' eine Nonn gesehn,
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„ich trank ihr zu mein Glas,
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„sie wollt nicht gern ins Kloster gehn,
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„ihr Aeuglein waren naß.

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„halt an! Halt an am Klosterthor!
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„ruf mir mein Lieb heraus!“
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Da kam die ältste Nonn hervor,
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„mein Lieb soll kommen heraus.

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„kein Feinslieb ist hier innen,
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„kein Feinslieb kann heraus.“
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„und wenn kein Feinslieb drinnen ist,
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„so steck ich an das Haus.“

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Da kam Feinslieb gegangen,
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Schneeweis war sie gekleidt:
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„mein Haar ist abgeschnitten,
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„leb wohl in Ewigkeit!“

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Er vor dem Kloster niedersaß,
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Und sah ins tiefe, tiefe Thal,
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Versprang ihm wohl sein römisch Glas,
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Versprang ihm wohl sein Herz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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