Wachtelwacht

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Clemens Brentano: Wachtelwacht (1806)

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Hört wie die Wachtel im Grünen schön schlagt,
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Lobet Gott, lobet Gott!
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Mir kommt kein Schauder, sie sagt,
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Fliehet von einem ins andre grün Feld,
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Und uns den Wachsthum der Früchte vermeldt,
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Rufet zu allen mit Lust und mit Freud:
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Danke Gott, danke Gott!
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Der du mir geben die Zeit.

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Morgens sie ruft, eh der Tag noch anbricht:
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Guten Tag, guten Tag!
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Wartet der Sonnen ihr Licht;
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Ist sie aufgangen, so jauchzt sie vor Freud,
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Schüttert die Federn, und strecket den Leib,
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Wendet die Augen dem Himmel hinzu,
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Dank sey Gott, dank sey Gott!
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Der du mir geben die Ruh.

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Blinket der kühlende Thau auf der Heid,
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Werd ich naß, werd ich naß!
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Zitternd sie balde ausschreit,
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Fliehet der Sonne entgegen und bitt,
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Daß sie ihr theile die Wärme auch mit,
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Laufet zum Sande und scharret sich ein,
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Hartes Bett, hartes Bett!
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Sagt sie, und legt sich darein.

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Kommt nun der Waidmann mit Hund und mit Bley,
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Fürcht mich nicht, fürcht mich nicht!
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Liegend ich beyde nicht scheu,
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Steht nur der Waizen, und grünet das Laub,
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Ich meinen Feinden nicht werde zum Raub,
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Aber die Schnitter die machen mich arm,
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Wehe mir, wehe mir!
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Daß sich der Himmel erbarm.

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Kommen die Schnitter, so ruft sie ganz keck:
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Tritt mich nicht, tritt mich nicht!
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Liegend zur Erde gestreckt.
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Flieht von geschnittenen Feldern hindann,
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Weil sie sich nirgend verbergen mehr kann,
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Klaget, ich finde kein Körnlein darin,
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Ist mir leid, ist mir leid!
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Flieht zu den Saaten dahin.

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Ist nun das Schneiden der Früchte vorbey,
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Harte Zeit! harte Zeit!
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Schon kommt der Winter herbey.
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Hebt sich zum Lande zu wandern nun fort
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Hin zu dem andern weit fröhlichern Ort
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Wünsche indessen dem Lande noch an:
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Hüt dich Gott, hüt dich Gott!
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Fliehet in Frieden bergan.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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