Ueberdruß der Gelahrtheit

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Clemens Brentano: Ueberdruß der Gelahrtheit (1806)

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Ich empfinde fast ein Grauen,
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Daß ich, Plato, für und für
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Bin gesessen über dir;
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Es ist Zeit hinaus zu schauen,
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Und sich bey den frischen Quellen
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In dem Grünen zu ergehn,
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Wo die schönen Blumen stehn,
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Und die Fischer Netze stellen.

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Wozu dienet das Studieren?
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Als zu lauter Ungemach?
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Unterdessen läuft der Bach
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Unsers Lebens, uns zu führen,
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Ehe wir es inne werden,
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Auf sein leztes Ende hin,
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Dann kömmt ohne Geist und Sinn
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Dieses alles in die Erden.

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Hola, Junge geh und frage,
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Wo der beßte Trunk mag seyn,
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Nimm den Krug, und fülle Wein.
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Alles Trauren, Leid und Klage
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Wie wir Menschen täglich haben,
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Eh' der Strom uns fortgerafft,
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Will ich in den süßen Saft
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Den die Traube gibt, vergraben.

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Kaufe gleichfalls auch Melonen,
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Und vergiß des Zuckers nicht;
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Schaue nur daß nichts gebricht.
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Jener mag der Heller schonen,
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Der bey seinem Gold und Schätzen
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Tolle sich zu kränken pflegt,
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Und nicht satt zu Bette legt:
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Ich will, weil ich kann, mich letzen.

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Bitte meine guten Brüder
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Auf Musik und auf ein Glas:
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Kein Ding schickt sich, dünkt mich, daß,
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Als ein Trunk und gute Lieder.
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Laß' ich schon nicht viel zu erben,
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Ey so hab ich edlen Wein,
39
Will mit andern lustig seyn,
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Wann ich gleich allein muß sterben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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