Prinz Vogelfrei

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Friedrich Nietzsche: Prinz Vogelfrei (1882)

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So häng ich denn auf krummem Aste
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Hoch über Meer und Hügelchen:
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Ein Vogel lud mich her zu Gaste —
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Ich flog ihm nach und rast’ und raste
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Und schlage mit den Flügelchen.

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Das weisse Meer ist eingeschlafen,
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Es schläft mir jedes Weh und Ach.
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Vergessen hab’ ich Ziel und Hafen,
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Vergessen Furcht und Lob und Strafen:
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Jetzt flieg ich jedem Vogel nach.

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Nur Schritt für Schritt — das ist kein Leben!
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Stäts Bein vor Bein macht müd und schwer!
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Ich lass mich von den Winden heben,
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Ich liebe es, mit Flügeln schweben
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Und hinter jedem Vogel her.

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Vernunft? — das ist ein bös Geschäfte:
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Vernunft und Zunge stolpern viel!
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Das Fliegen gab mir neue Kräfte
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Und lehrt’ mich schönere Geschäfte,
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Gesang und Scherz und Liederspiel.

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Einsam zu denken — das ist weise,
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Einsam zu singen — das ist dumm!
23
So horcht mir denn auf meine Weise
24
Und setzt euch still um mich im Kreise,
25
Ihr schönen Vögelchen, herum!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Nietzsche
(18441900)

* 15.10.1844 in Röcken, † 25.08.1900 in Weimar

männlich, geb. Nietzsche

| Neurolues

deutscher Philosoph und klassischer Philologe (1844–1900)

(Aus: Wikidata.org)

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