Ii. Gewitter

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Heinrich Heine: Ii. Gewitter (1827)

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Dumpf liegt auf dem Meer' das Gewitter,
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Und durch die schwarze Wolkenwand
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Zuckt der zackige Wetterstrahl,
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Rasch aufleuchtend und rasch verschwindend,
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Wie'n Witz aus dem Haupte Kronions.
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Ueber das wüste, wogende Wasser
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Weithin rollen die Donner
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Und springen die weißen Wellenrosse,
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Die Boreas selber gezeugt
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Mit des Erichthons reizenden Stuten,
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Und es flattert ängstlich das Seegevögel,
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Wie Schattenleichen am Styx,
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Die Charon abwies vom nächtlichen Kahn.

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Armes, lustiges Schifflein,
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Das dort dahintanzt den schlimmsten Tanz!
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Aeolus schickt ihm die flinksten Gesellen,

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Die wild aufspielen zum fröhlichen Reigen;
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Der Eine pfeift, der Andre bläst,
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Der Dritte streicht den dumpfen Brummbaß —
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Und der schwankende Seemann steht, am Steuer,
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Und schaut beständig nach der Bussole,
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Der zitternden Seele des Schiffes,
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Und hebt die Hände flehend zum Himmel:
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O rette mich, Kastor, reisiger Held,
25
Und Du, Kämpfer der Faust, Polydeukes!

(Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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