XxVIII

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Heinrich Heine: XxVIII (1827)

1
Der bleiche, herbstliche Halbmond
2
Lugt aus den Wolken heraus;
3
Ganz einsam liegt auf dem Kirchhof'
4
Das stille Pfarrerhaus.

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Die Mutter liest in der Bibel,
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Der Sohn, der starret in's Licht,
7
Schlaftrunken dehnt sich die ält're,
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Die jüngere Tochter spricht:

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Ach Gott! wie Einem die Tage
10
Langweilig hier vergeh'n;
11
Nur wenn sie Einen begraben,
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Bekommen wir etwas zu sehn.

13
Die Mutter spricht zwischen dem Lesen:
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Du irrst, es starben nur Vier,
15
Seit man deinen Vater begraben,
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Dort an der Kirchhofsthür'.

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Die ält're Tochter gähnet:
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Ich will nicht verhungern bei Euch,
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Ich gehe morgen zum Grafen,
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Und der ist verliebt und reich.

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Der Sohn bricht aus in Lachen:
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Drei Jäger zechen im Stern,
23
Die machen Gold und lehren
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Mir das Geheimniß gern.

25
Die Mutter wirft ihm die Bibel
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In's mag're Gesicht hinein:
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So willst du, Gottverfluchter,
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Ein Straßenräuber seyn!

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Sie hören pochen an's Fenster,
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Und sehn eine winkende Hand;
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Der todte Vater steht draußen
32
Im schwarzen Pred'gergewand.

(Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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