XxII

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Heinrich Heine: XxII (1827)

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„die Jungfrau schläft in der Kammer,
2
Der Mond schaut zitternd hinein;
3
Da draußen singt es und klingt es,
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Wie Walzermelodein.

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Ich will mal schaun aus dem Fenster,
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Wer drunten stört meine Ruh'.
7
Da steht ein Todtengerippe,
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Und fidelt und singt dazu:

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Hast einst mir den Tanz versprochen,
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Und hast gebrochen dein Wort,
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Und heut ist Ball auf dem Kirchhof,
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Komm mit, wir tanzen dort.

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Die Jungfrau ergreift es gewaltig,
14
Es lockt sie hervor aus dem Haus;
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Sie folgt dem Gerippe, das singend
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Und fidelnd schreitet voraus.

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Es fidelt und tänzelt und hüpfet,
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Und klappert mit seinem Gebein,
19
Und nickt und nickt mit dem Schädel
20
Unheimlich im Mondenschein.“

(Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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