XiV

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Heinrich Heine: XiV (1827)

1
Das Meer erglänzte weit hinaus,
2
Im letzten Abendscheine;
3
Wir saßen am einsamen Fischerhaus,
4
Wir saßen stumm und alleine.

5
Der Nebel stieg, das Wasser schwoll,
6
Die Möve flog hin und wieder;
7
Aus deinen Augen, liebevoll,
8
Fielen die Thränen nieder.

9
Ich sah sie fallen auf deine Hand,
10
Und bin auf's Knie gesunken;
11
Ich hab' von deiner weißen Hand
12
Die Thränen fortgetrunken.

13
Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,
14
Die Seele stirbt vor Sehnen; —
15
Mich hat das unglückseel'ge Weib
16
Vergiftet mit ihren Thränen.

(Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.Aus: Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich aus Wikisource (Wikimedia Foundation Inc.) übernommen und durch das Deutsche Textarchiv (DTA) aufbereitet und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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