XlIV

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Heinrich Heine: XlIV (1827)

1
Aus alten Mährchen winkt es
2
Hervor mit weißer Hand,
3
Da singt es und da klingt es
4
Von einem Zauberland';

5
Wo bunte Blumen blühen
6
Im goldnen Abendlicht',
7
Und lieblich duftend glühen,
8
Mit bräutlichem Gesicht;

9
Und grüne Bäume singen
10
Uralte Melodein,
11
Die Lüfte heimlich klingen,
12
Und Vögel schmettern drein;

13
Und Nebelbilder steigen
14
Wohl aus der Erd' hervor,
15
Und tanzen luft'gen Reigen,
16
Im wunderlichen Chor;

17
Und blaue Funken brennen
18
An jedem Blatt und Reis,
19
Und rothe Lichter rennen
20
Im irren, wirren Kreis;

21
Und laute Quellen brechen
22
Aus wildem Marmorstein,
23
Und seltsam in den Bächen
24
Strahlt fort der Wiederschein.

25
Ach! könnt' ich dorthin kommen,
26
Und dort mein Herz erfreu'n,
27
Und aller Qual entnommen,
28
Und frei und selig seyn!

29
Ach! jenes Land der Wonne,
30
Das seh' ich oft im Traum,
31
Doch kommt die Morgensonne,
32
Zerfließt's wie eitel Schaum.

(Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.Aus: Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich aus Wikisource (Wikimedia Foundation Inc.) übernommen und durch das Deutsche Textarchiv (DTA) aufbereitet und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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