XvI. An eine Sängerin

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Heinrich Heine: XvI. An eine Sängerin (1827)

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Ich denke noch der Zaubervollen,
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Wie sie zuerst mein Auge sah!
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Wie ihre Töne lieblich klangen,
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Und heimlich süß in's Herze drangen,
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Entrollten Thränen meinen Wangen, —
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Ich wußte nicht wie mir geschah.

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Ein Traum war über mich gekommen:
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Als sey ich noch ein frommes Kind,
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Und säße still, beim Lämpchenscheine,
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In Mutters warmem Kämmerleine,
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Und läse Mährchen wunderfeine,
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Derweilen draußen Nacht und Wind.

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Die Mährchen fangen an zu leben,
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Die Ritter steigen aus der Gruft;
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Bei Ronzisvall da giebt's ein Streiten,
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Da kommt Herr Roland herzureiten,
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Viel kühne Degen ihn begleiten,
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Auch leider Ganelon, der Schuft.

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Durch den wird Roland schlimm gebettet;
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Er schwimmt in Blut, und athmet kaum;
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Kaum mochte fern sein Jagdhornzeichen
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Das Ohr des großen Carls erreichen, —
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Da muß der Ritter schon erbleichen, —
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Und mit ihm stirbt zugleich mein Traum.

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Das war ein laut verworr'nes Schallen,
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Das mich aus meinem Träumen rief.
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Verklungen war jetzt die Legende,
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Die Leute schlugen in die Hände,
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Und riefen „Bravo“ ohne Ende;
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Die Sängerin verneigt sich tief.

(Heine, Heinrich: Buch der Lieder. Hamburg, 1827.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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