Das unsichtbare Mädchen

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Figurenkonstellation

August Kotzebue

Das unsichtbare Mädchen (1812)

Ein Intermezzo

Uraufführung1811

Schauplatz(Die Bühne ist getheilt. Rechter Hand ein größeres Zimmer, in welchem die Glaskugel aufgehängt ist, aus der die Unsichtbare spricht. Links ein kleineres, in dem dicht an der Wand hinter der Glaskugel ein Stuhl für die Unsichtbare steht. Aus der Wand geht ein Trichter in das kleinere Zimmer.)

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Erste Scene.

Suschen allein in dem größern Zimmer.
Ach! es gibt der Leiden viele,
Mancher heißen Thräne werth;
Bald die Untreu des Geliebten,
Bald ein Shawl, den man entbehrt!
5
O wie schmerzlich wenn der Schooshund
Plötzlich zu verscheiden droht!
Oder ein Verlust der Spitzen,
Oder einer Freundin Tod!
Aber bitterer als Alles
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Nagt ein schönes Weib Verdruß,
Wenn es stets vor hundert Augen
Die Unsichtbare spielen muß.
Ich fange an zu glauben, daß ich nicht den klügsten Streich gemacht, als ich meinen ehrlichen Lampenputzerverließ, um mit einem sogenannten Professor der Physik in der Welt herum zu ziehn. Mir hat das Schicksal fürwahr ein seltsames Loos beschieden: ich darf nicht reden, sondern nur antworten, und muß mich täglich quälen, jedem Narren auf seine Fragen etwas witziges zu erwiedern. Wo soll der Witz denn immer herkommen? Andere hübsche Weiber haben den Vortheil, daß man in einem schönen Munde Alles witzig findet; aber meinen Mund liebt kein Mensch; ich muß durch einen verdammten Trichter sprechen. Was hilft es mir, daß ich schön bin? ich darf mich vor Niemanden sehen lassen. Was hilft es mir, daß ich so viele berühmte Städte durchreise? ich werde überall so vorsichtig als Contrebande eingeschlichen, und muß mich so ängstlich verbergen, als ob die Steckbriefe in allen Zeitungen hinter mir her wären. Da war es doch ein anderes Leben mit meinem ehrlichen Stoffel; ich konnte reden wann ich wollte, so viel ich wollte und was ich wollte. Er fand Alles klug und witzig, und wenn er Abends im Theater die Lampen putzte, so konnt' ich nach Belieben gute Freunde bey mir empfangen.
Ach ja! ich sehne mich recht nach dem wackern Stoffel! Besonders seitdem ich weiß, daß die Schauspielergesellschaft, bey der er sein Ehrenamt verwaltet, jetzt in dieser Stadt befindlich ist.

(August von Kotzebue: Das unsichtbare Mädchen. Ein Intermezzo. In: Almanach Dramatischer Spiele zur geselligen Unterhaltung auf dem Lande. Zehnter Jahrgang. Leipzig: Hartmann1812, S. 303–336.Aus: Fischer, Frank, et al. Programmable Corpora: Introducing DraCor, an Infrastructure for the Research on European Drama. In: Proceedings of DH2019: Complexities, Utrecht University, 2019.)

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