Die Hoftrauer, oder das Testament

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Figurenkonstellation

Christian Levin Sander

Die Hoftrauer, oder das Testament (1794)

Ein Lustspiel in einem Aufzuge

SchauplatzDer Schauplatz, ein Zimmer im Hause der Madame Ehrenpreis zu Berlin.

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Erster Auftritt.

Madame Ehrenpreis (steht bey ihrer Toilette, und putzt sich.) Agnete (hilft ihr.)
Agnete.
(nachdem sie ihr das Leibband umgebunden hat.)
Haben Ihre Gnaden noch mehr zu befehlen?
M. Ehrenpr.
(sieht sich von allen Seiten im Spiegel.)
Nein, du kannst nun gern gehen, Nette!
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Agnete.
Gnädige Frau!
M. Ehrenpr.
Nu, was giebt es?
Agnete.
Ihre Gnaden müssen mir meine Dreistigkeit nicht übel nehmen; aber ich heisse Agnete, und Sie nennen mich Nette, und das ist doch ein Hundenahme, habe ich immer gehört.
M. Ehrenpr.
Weißt du was, mein Kind? Willst du mir unter dem Namen Nette dienen, so magst du es: und willst du das nicht, so sollst du deinen Lohn haben, und dann magst du dich verdingen, wo du willst, und dich Agnete nennen lassen, wie du willst.
Agnete.
Ihre Gnaden müssen nicht böse werden.Aber ehe ich einen guten Dienst verlasse, will ich mir gefallen lassen, wie die gnädige Frau mich zu nennen belieben.
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M. Ehrenpr.
Gut, so kannst du gehn.
(Agnete verneigt sich, und will gehn.)
Warte ein wenig! Sind die Schminkdosen alle geleert, die ich voriges Jahr aus Lyon erhielt?
Agnete.
Ja, sie sind, gnädige Frau!
M. Ehrenpr.
So springe gleich hin, und kaufe mir eine.
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Agnete.
Den Augenblick – Ich denke, ich kriege welche bey dem Gewürzkrämer hier an der Ecke.
M. Ehrenpr.
Warum nicht gar, Nette? Bey Nonseul in der Jägerstrasse mußt du sie kaufen. Meynst du, daß Gewürzkrämer mit solchen Waaren handeln?
Agnete.
Da erinnere ich mich doch, daß Ihr seliger Mann damit handelte.
M. Ehrenpr.
Du wirst impertinent, Nette, weißt du das? Glaubst du, daß ich nicht mehr weis, womit mein Mann handelte. Willst du nur gehn, und ausrichten, was ich dir befahl?
(Agnete verneigt sich, und geht.)

(Christian Levin Sander: Die Hoftrauer, oder das Testament. Ein Lustspiel in einem Aufzuge. Von P. A. Heiberg. Zürich: Orell, Geßner, Füßli und Comp.1795. (S. 309–356.)Aus: Fischer, Frank, et al. Programmable Corpora: Introducing DraCor, an Infrastructure for the Research on European Drama. In: Proceedings of DH2019: Complexities, Utrecht University, 2019.)

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