Der Hausherr in der Klemme

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Heinrich Beyer

Der Hausherr in der Klemme (1813)

Ein Spiel in Versen in einem Aufzug

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Erster Auftritt.

Der Hausherr.
(sitzt am Tische, klingelt)
Bald reißt mir die Geduld! – da sitz ich nun zwei Stunden
Als wie ein Narr, Mamsell hat nicht für gut befunden
Heut eher aufzustehn. Was auch mein Magen schreit
5
Und meine Klingel stürmt; Mamsell fand noch nicht Zeit,
Den Schokolade mir zum Frühstück zu bereiten
Schütz ich Geschäfte vor; sie spricht: das mag ich leiden.
Nie bin ich Herr im Haus; sie hat die Hosen an.
Sag ich ein Wort, so ists um Fried und Ruh gethan.
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Fürwahr ich bin ein Thor! ich will mein Joch zerbrechen,
Und künftighin mit Ihr im ernsten Tone sprechen.
(sieht sich um, und erblickt hinter sich den Bedienten, welcher sich während dem Monolog hereingeschlichen hat.)
Was steht er hinter mich gepflanzt. Was stellt das vor?
Er Dummhut! – Ist er stumm? soll ich vielleicht ins Ohr
15
Ihm durch ein Sprachrohr schrein?
(führt ihn an)
Er soll das Frühstück holen.
Ich hungre wie ein Wolf, und sitze wie auf Kohlen.
(er faßt ihn bei den Schultern, und stiebt ihn zur Thüre hinaus).
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Zu spät seh ich nun ein, wie sehr ich mich betrog
Als ich das Mädchen mir zur einst'gen Frau erzog.
Sonst war sie wie ein Lamm, sanft, weiblich von Manieren;
Doch jetzt ist umgekehrt. Sie will das Haus regieren;
Zankt täglich, hat stets Recht, und thut nur was Sie will.
25
Was that ich? Lacht mich aus! – Ich schwieg aus Liebe still
Horch! – ja, sie ists. Schon tönt von weitem ihre Stimme,
Für mich einst silberrein, und jetzt vielleicht im Grimme.

(Heinrich Beyer: Der Hausherr in der Klemme. Ein Spiel in Versen in einem Aufzug. In: Deutsche Schaubühne; oder dramatische Bibliothek der neuesten Lust- Schau- Sing- und Trauerspiele. Sechzehnter Band. Augsburg und Leipzig: Stage [1813], S. 89–122.Aus: Fischer, Frank, et al. Programmable Corpora: Introducing DraCor, an Infrastructure for the Research on European Drama. In: Proceedings of DH2019: Complexities, Utrecht University, 2019.)

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