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Wohl dem Manne, dem Gott zum Geschenk ein tu-
gendhaft Weib gab!
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Freude beseeligt sein Herz; und Reichthum füllet sein
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Sieh! wie reizend tritt sie einher in heiterer Anmuth,
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Gleich der Unsterblichen einer. Vor ihrem zaubern-
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Weichen die Sorgen, wie Nebel entfliehn vorm Stra-
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Um sie hängen sich liebliche Kinder, wie Liebesgötter
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An dem Gürtel Cytherens. Die süsse harmonische Rede
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Dringt mit Schmeicheln ins Herz des Mannes; er he-
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Preist sich beglückt, und danket der Vorsicht sein irdi-
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Schön ists, wer an mächtigen Flüssen die eige-
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Ueber den Ocean sendet, und an den fetten Gestaden
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Mengen von Heerden ernährt; schön ists, die Schaaren
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Mähen zu sehn, auf eigenem Land, von Seegen bedecket;
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Oder die eignen ergiebigen Berge zu Schätzen zu
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Schön ists, in dem Schooße des Ruhms, im Zirkel
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Aus Krystallen zu trinken; befreyt von der Sorge des
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Königsgnaden erzeigen zu können, — und doch ist es
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In den Armen der weiblichen Tugend dem Himmel zu
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So wie Aurora die Wellen verläßt, verläßt sie
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Jhres Gemahls, und geht, wie die Sonne, dem fro-
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Keine gekünstelten Wasser benetzen die blühenden
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Sondern sie taucht ihr holdes Gesicht in den lauteren
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Und sie ist schön, wie Venus im Bade. Nicht Stun-
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Ueber dem Putze des fliegenden Haars. Sie stralet
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Jm Japanischen Stoff; die reine weisseste Leinwand
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Fließt um die marmornen Glieder, und eine thauigte
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Nur halbaufgeblüht, schmücket die Stirn. So weckt
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Mit dem frischesten Morgenkuß auf. Am reinlichen
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Sitzt sie mit ihm, und versammelt um sich die liebli-
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Ruft die Sorge des Staats den Mann zu frühen Ge-
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So entweicht sie unter die Schatten des ländlichen
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Näht in der schattichten Laube von Linden; indes daß
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Blumen sammelt, die Schwester zu kränzen, im thauig-
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Hinter dem Frosch her setzt, und nach dem Schmetter-
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Oder sie wandelt auch über den Hof; betrachtet die
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Jhrer weissen gekrönten Hüner; indes daß die Tauben
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Rauschend vom Dache sich stürzen, und ihre Gebiethrin
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Dann ertheilt sie der Küche Befehl, und steigt auch
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Zu den Gewölben des Weingotts hinab, und sorgt für
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Jhrer Schätze vom Rhein, und für die Tokayische Traube.
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Sie lehrt ihre Knaben die Tugend; das zärtliche Mädchen
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Unschuld und Sittsamkeit, ihres Geschlechts erhaben-
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Nicht dem dienenden Pöbel, und aberglaubischen Ammen,
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Läßt sie die Sorge, das fühlende Herz der Jugend zu bilden;
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Sondern sie schildert ihnen beredt erhabene Thaten,
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Grosse Geschichte, welche die Seelen zur Tugend begei-
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O wie lebt sie ihr Leben beglückt! wie liebt sie
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Unaussprechlich! Jhm werden die Jahre zu flüchtigen
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Und die Stunden zu schnellen Minuten. Der Eifer-
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Hat sein Herz nie entflammt, nie hat ein quälender
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Jhrer Keuschheit und Treu sein sanftes Lager umflattert.
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Goldbedeckte Verführer der Unschuld, und witzige Narren,
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Plaudrer ohne Gehirn, umgeben nie ihren Caffeetisch.
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Sie auch bläht sich im Canapee nicht bey heiligen
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Welche mit Beten den Vormittag schänden, mit Lästern
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Sie weint gern mitleidige Zähren beym Schicksal Zayrens,
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Oder sie lacht des phlegmatischen Orgons. Auch spielt
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Jhrem Mann Entzückung ins Herz. Mit kleinen Ge-
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Die sie mit Anmuth zu schmücken, und mit Geschmack
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Lockt sie oft über die Stirne des Mannes zufriedenes
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Er verehrt sie, er betet sie an; mit jeglichem Tage
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Scheinet ihr Aug ihm mächtger, und ihre Tugend
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Seine Liebe vergrößert ihr Glück; sie lebet in ihm nur,
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Und kein Wunsch herrscht stärker in ihr, als ihm zu ge-
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O welch eine Wolke von Thränen bedecket ihr Antlitz,
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Wenn ihr die Pflicht den werthen Gemahl aus den Au-
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Weinend sieht sie ihm nach, und hängt mit düsteren
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Lang am rollenden Wagen, bis ein beneidetes Thal ihn
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Einschlingt, oder ein waldichter Berg sich hinter ihm
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Traurig hofft sie alsdann die langsamen Stunden
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Und kaum kan ihr den Schmerz die Schaar der Kinder
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Aber endlich erschallet das Horn, das Knallen der Peitsche;
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Und das rasselnde Rad steht still. Sie fliegt ihm entgegen,
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Drückt ihn fest an ihr schlagendes Herz, und bringt
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Jhn den versammelten Kindern zurück. Gleich fröh-
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Gehn die Tage vorbey. Sie heftet die zärtlichen Blicke
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Fest auf ihn, und kan sich nicht sättgen am werthen
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Lange genießt sie des himmlischen Glücks der treue-
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Frische Gesundheit kränzet ihr Leben; von gütigen Him-
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Strömt der reichste Seegen auf sie. Jhr Mann ist die
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Von dem dankbaren Staat; die ihn umringenden Ehren
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Stralen auf sie auch zurück. Gleich jungen Engeln,
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Schöne Kinder um sie; gerechte Hofnungen füllen
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Jhre Seele, die oft mit Vergnügen in schmeichelnder
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Künftiger Zeiten sich sieht, und ihrer Familie Glück
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Auf sie blickt der Seraphim Chor, denn ihre Gebete
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Steigen oft über die Wolken; ihr Herz schlägt feurige
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Hohe Gedanken, zu Gott empor; sie erhöret die All-
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Und neigt ihren Seegen herab zu dem Flehen der Mutter.
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Wie ehrwürdig hebt sie sich auf vom geheimen Gebete,
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Und wie heiter lächelt ihr Blick, durch Thränen der Andacht
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Aufgeklärter! Wie zärtlich umarmt sie den theuren
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Jetzt aufs neu von der Gottheit erfleht! So leben sie
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Sind den verdorbenen Zeiten ein Beyspiel von zärtli-
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Und beständiger Treu. Sie ist die Krone der Frauen,
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Beyfall folget ihr nach. So kömmt sie dem Abend des
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Jmmer näher und näher; sie wird in traurigen Stür-
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Welche sich über sie ziehn, nicht Muth und Stärke ver-