Auf die crönung des Römischen Königes Josephi

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Auf die crönung des Römischen Königes Josephi (1697)

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Auff! auff bereite dich du gantzes rund der erden/
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Vom auf- zum niedergang/ von süd biß mitternacht/
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Laß unsern Könige/ laß unsern Joseph werden/
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Was ihn zwar grösser nicht/ doch ausgezierter macht.
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Gib/ fernes Peru/ gold aus deinen reichen klüfften/
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Die GOtt und glück geschenckt dem stamm von Oesterreich;
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Daraus vor Josephs haupt die crone selbst zu stifften/
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Der auff der gantzen welt ist keiner crone gleich.
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Du fremdes Decan must ihm diamanten schicken/
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An deren werth nicht reicht/ Florentz/ dein wunder-stein/
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Damit der cronen gold so herrlich auszuschmücken/
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Daß selbst der sonnen glantz nicht gläntzender kan seyn.
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Verbrandtes morgenland treib an die braune Mohren/
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Laß weisse perlen hol’n aus deiner grünen fluth/
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Zu dieses königs schmuck hat die natur erkohren/
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Was berg und wellen führn als ihr kostbarstes gut.
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Laß weites Mexico dein coxenil ersetzen/
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Wann Tyrus purpur nicht den mantel röthet an;
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Doch nein/ wir wollen ihn mit eignem blute netzen/
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Weil diß die teutsche treu noch mehr beweisen kan.
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Ceilon beut helffenbein/ das rothe meer corallen/
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Den marmor Welschland an zu seines thrones stand;
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Doch sind ihm mehr gerecht die Zemblischen crystallen/
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Die zwar nur eiß/ doch eiß das ewig wird genannt.
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Wolan dann/ wann er gläntzt in königlichem wesen/
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Das selbst nachs Höchsten wort was göttlichs in sich hält/
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So soll ihm unser hertz zum altar sein erlesen/
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Vor dem getreue brunst auff ihre knie fällt.
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Wir wollen vor sein heyl unlöschbar feuer weihen/
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Das schönre kohlen nährt als selbst der sternen licht/
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In dieses wollen wir so häuffig weyrauch streuen/
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Daß kaum der sonnen glantz durch seine wolcken bricht.
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Du bist glückseeliges Arabien erkohrn/
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Daß dieser grosse fürst solch rauchwerck von dir nimt.
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Denn weil das glück sich selbst zu seinem heyl verschworen/
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Muß auch was glücklichs seyn das ihm zum opffer glimmt.
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Wir wünschen nur indeß mit niedrigen geberden/
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Daß unser teutscher held sey seinen Teutschen hold/
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So liebet unser geist/ so ehren wir auff erden
40
Nichts eifriger als ihn/ nechst GOtt und Leopold.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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