An Seine Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg Friedrich Wilhelm/ Uber ihre anno 1686 unter dem von Schö- ning nach Ungern geschickte auxiliar- völcker. † † †

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: An Seine Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg Friedrich Wilhelm/ Uber ihre anno 1686 unter dem von Schö- ning nach Ungern geschickte auxiliar- völcker. † † † (1697)

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Wohin Großmächtigster wird noch dein nahme steigen?
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Wem hat nicht Brandenburg schon schrecken eingejagt?
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Soll sich dein kühnes heer nun auch den käysern zeigen/
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Nachdem es sich genug mit königen gewagt?
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Denn zieht es nicht ins feld den Türckschen zu bekriegen/
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Und für die majestät des Römischen zu siegen?

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Der grosse Leopold verfolgt die Saracenen/
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An denen schon sein arm viel wunders hat gethan;
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Und weil ein neuer zug soll seine siege krönen/
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Spricht er dich dieses mahl um deinen beystand an:
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Weil ihm dein volck bekandt/ und man ihm auch gepriesen/
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Wie es vor Neutra

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Wie treulich rathest du dem gantzen vaterlande!
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Du hast zu erst daheim der unruh abgewehrt;
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Und da der stillestand
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Schickst du auch außerwerts dein längst gerufnes schwerdt.
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Wofür man aber dir um so vielmehr verbunden;
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Als du die sicherheit vorher dazu erfunden.

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Durch dich hat man nunmehr mit einem nur zu kämpfen/
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Und iederman behält die arme darzu frey.
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Wie leicht läst sich ein feur von vielen händen dämpfen?
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Doch deine langsamkeit trägt hier das meiste bey;
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So daß die nachwelt auch von dir wird müssen sagen:
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Des Fabius verzug hat Hannibaln geschlagen.

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Dein heer ist im besitz der grösten helden-thaten/
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Sein führer
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Du selbst der es gesandt/ der Vater der soldaten/
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Und wider den es zieht/ der feind der Christenheit.
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Diß und das Römsche haupt/ das recht von seinen sachen/
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Kan uns nunmehr den sieg so viel gewisser machen.

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Besonders wird dein volck hierdurch erweckt zum streiten/
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Daß es dich/ seinen Mars/ zu pferde hat gesehn;
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Denn da du dich verjüngst/ und kräffte nimst zu reiten/
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Kriegt es auch neuen muth auf seinen feind zu gehn.
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Wobey du aber auch dem reiche wollen zeigen:
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Daß du/ zu dessen dienst/ noch kanst zu pferde steigen.

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Zwar/ was du diesen zug nach Ungarn hast ernennet/
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Ist nur ein kleiner theil und ausschuß deiner macht.
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Allein hat es nicht eh ein grosses heer getrennet/
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Und gantze ordnungen/ mit GOtt/ zur flucht gebracht?
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So wird es auch anitzt den alten nahmen rächen/
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Und auch dem Mahomet die stärcksten läger brechen.

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Sieht es dich gleich nicht selbst mit sich zu felde ziehen/
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Schliest deine tugend sich doch deinen waffen ein.
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Wie vor Achillis schild
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So wird in fremder hand dein schwerdt auch schrecklich seyn.
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Voraus wenn in der that/ an deiner leute klauen/
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Achilles unser zeit/

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Zu dem soll dieses volck auch nicht alleine streiten;
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Der wunsch der christenheit begleitet dessen pfad/
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Und deinem adler steht der Römische zur seiten/
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Der sich zu gleichen kampff mit dir vereinigt hat.
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Weil nun die adler sonst ein sinnebild der stärcke/
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Verheist uns euer bund auch lauter wunderwercke.

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Zieht denn ihr adler hin mit euren adler-fahnen/
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Jhr vögel Jupiters ersteigt des monden hauß:
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Der himmel wird euch selbst die strasse darzu bahnen/
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Und diese unter-welt macht diesen schluß daraus:
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Wenn unser adler erst den monden überstiegen/
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So können sie hernach leicht in die sonne fliegen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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