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Florette soll ich denn in flammen untergehn?
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Ist nichts als kalter schnee in deiner brust zu finden?
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Kan sich dein purpur-munb mit hitze nicht verbinden?
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Und sieht man auch den neyd auff reinen wangen stehn?
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Ach! schaue dich doch selbst mit andern augen an!
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Der schönheit fürniß kan nicht ewig farbe fassen/
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Dein schimrend waßer wird/ wie trübe glut/ erblassen;
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Denn iede stunde zeigt/ wie sie dir trotzen kan.
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Was heute carmasin und scharlach überdeckt/
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Wo muschel und corall um alabaster gläntzen/
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Was himmel und natur mit rosen-schein umkräntzen/
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Wird morgen durch das gifft der trüben zeit befleckt.
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Der frühling wird dir nicht stets um die lippen stehn/
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Der beste nelcken-strauch wird endlich hingerißen/
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Und deine blumen sind nur flüchtige nareißen/
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Die heute prächtig blühn/ und morgen untergehn.
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Dem sommer folgt der herbst/ dem herbste winters-zeit/
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Florette dencke selbst/ wie deine früchte reiffen;
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Ach! laß sie/ werthe/ doch den winter nicht ergreiffen/
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Ein frischer apfel giebt die beste liebligkeit.
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Schleuß deinen garten auff/ weil dich der himmel liebt/
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Ein rebenstock ist ja für menschen aufgeschoßen/
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Was hilfft ein süsser trunck/ der keinen mund befloßen?
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Was nützt granaten-frucht/ die keine kerne giebt?
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Ein weib das fleisch und blut in ihrem busen trägt/
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Und doch die jungfrauschafft will lebendig begraben/
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Ist werth/ wenn schlang und wurm den leib gefressen haben/
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Daß man ihr diese schrifft auf ihren leich-stein prägt:
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Hier lieget pech und stroh/ das keine flammen fing/
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Ein schweflicht wesen/ das beym feuer nicht entbrante/
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Ein zunder-voller leib/ der keine glut erkante/
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Ein glantz/ der in der lufft wie trüber rauch verging:
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Ein brunn der seine quell in feste mauren schloß/
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Ein balsam/ den wir nur von weitem angerochen.
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Ein süsser citronat/ den keine faust gebrochen.
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Ein artzt/ der seine krafft auff kalte tücher goß.
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Ein bunter blumen-platz/ den ieder nur beschaut.
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Ein feld/ das weder pflug noch schare durchgeschnitten.
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Ein wolgeziertes pferd/ das keinen sporn erlitten/
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Und wie Bucephalus dem schatten kaum getraut.
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Ein himmel/ der nur schmertz und keinen trost gebahr.
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Ein amber-voller kram/ der keinem feil gewesen/
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Und will man alles hier aus einer zeile lesen:
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Hier liegt ein todes mensch/ das keine menschin war.
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Jm leben wolte sie die Juno selber seyn/
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Jhr mund vermählte sich mit schimmrenden rubinen/
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Jtzt muß ein kahler sarg zum trauer-zimmer dienen/
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Und schliest den gantzen rest in diese breter ein.
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Florette schreckt dich nun die schwartze grabes-schrifft/
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So lerne/ schönste/ dich doch selber recht erkennen/
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Laß auch die liebes-glut in deiner brust entbrennen/
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Und meide mit bedacht das trübe todtes-gifft.
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Das bette steht dir mehr als schwartze bahren an;
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Der kittel wird dich nicht so wie die federn zieren/
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Das alter soll den tod/ die jugend lüste spüren/
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Weil sich der sommer nicht mit kälte schwistern kan.
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Ein schatten volles grab hegt schlechte lebens-lufft/
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Man kan der lippen ruhm nicht vom gerippe lesen:
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Und was dein purpur-mund und deine pracht gewesen/
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Zeigt nur dein ebenbild/ und keine todten-grufft.
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Was ist die jungfrauschafft? ein schlechtes rosen-blat/
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Das mit dem alter auch die kräffte läst verschwinden/
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Da pracht und zierde sich auff kurtze zeit verbinden/
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Und der beliebte glantz bestimmte stunden hat.
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Ein kurtzer augenblick reist alle sonnen ein/
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Kein schimmer kan so bald/ als diese glut erblassen/
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Und daß wir mit der zeit das leben selber hassen/
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Komt/ daß wir in der zeit zu faul gewesen seyn.
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Wol der/ die schertz und lust in stiller andacht treibt/
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Die nichts als nectar läßt um ihre lippen lachen/
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Und das verliebte spiel der kleinen wundersachen
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Durch zucker-süsse krafft auff alabaster schreibt.
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Die kan/ wann muth und krafft von winden untergehn/
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Wenn auge/ mund und hertz wie trüber dampff verstreichen/
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Und der entseelte leib im grabe muß erbleichen/
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Doch in dem Contrafait der zarten kinder stehn!