Auff ihre schwartze und sauersehende augen. Aus dem Englischen. C. E. 1.

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Auff ihre schwartze und sauersehende augen. Aus dem Englischen. C. E. 1. (1697)

1
Jhr schwartzen augen ihr/ eur schatten-voller grund
2
Macht mein verhängniß mir im glück uñ unglück kund/
3
Wann ihr in liebe last die strahlen auff mich schiessen/
4
So seh ich vor mir nichts denn güldne berge stehn;
5
Ach! aber/ wenn ihr mich verächtlich wolt begrüssen/
6
So heist ihr mich so fort zum finstern grabe gehn.
7
Jhr schwartzen augen ihr/ in euren dunckeln gründen
8
Kan ich itzt glück und todt/ itzt höll und himmel finden.

9
Die sonne/ die den preiß beym sternen-heer behält/
10
Siebt/ gegen euch gesetzt/ gantz finster und verstellt/
11
Und muß mit licht und glantz doch eurer schönheit weichen;
12
Jhr gehet früh und spat in gleichem schmuck verhüllt/
13
Sie kan bey tage nur uns ihre strahlen reichen/
14
Da ihr zu nachts auch seyd mit flammen angefüllt.
15
Jhr schwartzen augen ihr/ in euren dunckeln gründen
16
Kan ich itzt glück und todt’/ itzt höll und himmel finden.

17
So wie ein schlauer dieb in finstern winckeln steht/
18
Wann er bey dunckler nacht auff raub und morden geht/
19
So lauscht Cupido hier in euren schwartzen hölen/
20
Und ist auff diebstal nur/ auf list und mord bedacht/
21
Den er zu üben sucht an meiner theuren seelen/
22
Die von mir höher wird/ denn Indisch gold/ geacht.
23
Jhr schwartzen augen ihr/ in euren dunckeln gründen/
24
Kan ich itzt glück und todt/ itzt höll und himmel finden.

25
Wer einen steiffen blick in eure zirckel führt/
26
Wird sehen/ daß allhier nur list und macht regiert/
27
Und daß Cupido selbst in euren zauber-kreyßen
28
Durch seinen wunder-pfeil in schwartzer kunst sich übt;
29
Ja daß er seine macht vollkommen zu beweisen/
30
Offt manchen schwartzen dunst uns vor die augen schiebt.
31
Jhr schwartzen augen ihr/ in euren dunckeln gründen
32
Kan ich itzt glück und todt/ itzt höll und himmel finden.

33
Strahlt mich denn immer hin mit sauren blicken an/
34
Euch steht es gleichwol gut/ und mir wird wolgethan.
35
Ein demant schwartz gefaßt/ prangt mit weit schönrem lichte.
36
Nachtstücken wird ihr preiß durch schatten nur vermehrt.
37
Die finsternis verstärckt in kirchen das gesichte/
38
Wann brunst und andacht wird durch helles licht gestört.
39
Jhr schwartzen augen ihr/ in euren duncklen gründen
40
Kan ich itzt glück und todt/ itzt höll und himmel finden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.