1.

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Philipp von Zesen: 1. (1641)

1
Weißheit sage/ wo du bist/ wo dein reicher quell aufsteiget/
2
und sich zeiget/
3
träncke mich mit deiner fluth/
4
höchstes Guth/
5
laß mich deinen Most durch süßen/
6
und genießen
7
deinen zuckersüßen Wein/
8
laß mich jmmer bey dier seyn/
9
daß mein Mund mit Weißheit blühe
10
und in Tugend sich bemühe.

11
O du fürstin aller kunst/ die mich kann mit Liebes-blücken
12
so entzücken/
13
ach wie herrlich ist dein glantz
14
und der krantz
15
der den güldnen helm ümbringet
16
und mich zwinget/
17
der auf deinem Häupte steht/
18
da der Sonnen blitz ausgeht/
19
da die gülden Engels-flammen
20
sich entzünden allzusammen.

21
Deine Brust mit Perlen gantz ümb und ümb geschmücket
22
mich entzücket:
23
ja der hellen Augen zier
24
funckeln dier
25
wie des Adlers hohe straalen/
26
wenn sie pralen:
27
Deine wangen wachsen dier/
28
wie der Tausendschönen zier/
29
von dem tau die Lippen nassen/
30
der entspringt auf Hermons gassen.

31
Du
32
und entführet/
33
deine zucker-süße wort
34
seyn mein port/
35
ja das hertze will mir brechen/
36
kann nichts sprechen/
37
wenn dein Mund sich reget nur;
38
Ich muß laß
39
und mich zu denselben enden/
40
da du redest/ willig wenden.

41
Du solt meine Liebste seyn/ meine freude/ meine Sonne/
42
Lust und wonne;
43
wann mich ja die tunckle nacht
44
irrig macht/
45
soll der Augen helles blicken
46
mich erquicken;
47
Meine Schöne/ meine Braut/
48
die der Himmel mier vertraut/
49
Du machst/ daß mich Lieben werden
50
die Gewaltigen auf Erden.

51
Du solt meines Rahmens Lob in die hohen wolcken bauen/
52
stets zuschauen/
53
mein gedächtnüs wird bestehn/
54
wo die Sterne gehn/
55
und unsterblich auch verbleiben
56
und bekleiben/
57
nur dier/ Neid/ zu trotz und hohn:
58
wohl dem/ der denselben Lohn/
59
der da trotzt die hohen Sinnen/
60
kann mit Ruhm und Ehr gewinnen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Philipp von Zesen
(16191689)

* 08.10.1619 in Priorau, † 13.11.1689 in Hamburg

männlich, geb. von Zesen

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.